Als die Finnen Lordi 2003 auf schräge Monster getuned und mit einem wirklich fetten Album namens „Get Heavy“ im Gepäck auf die internationale Metal-Bühne traten, haben die Herrschaften eine Menge frischen Wind in das gelegentlich leicht angestaubt wirkende Genre gebracht.
Die Idee, sich in Monsterkluft hart rockend zu präsentieren, ist zugegebenermaßen ja nicht wirklich neu gewesen und hat u.a. mit Kiss, Alice Cooper und Co schon den ein oder anderen Künstler zum kommerziellen Erfolg geführt, aber man muss sich hüten, Lordi als einfaltslose Nachahmer zu sehen. Dafür bringt das Quintett einfach zuviel eigene Showelemente und vor allem die verschiedensten musikalischen Einflüsse bzw. Stimmungen mit. Das beweisen sie auch auf dem neuen Album „The Arockalypse“ mal wieder deutlich, denn auch wenn natürlich erwartungsgemäß immer mal wieder musikalische Anleihen vorgenannter Künstler im Songwriting auftauchen, präsentiert man sich doch mit einer sehr individuellen Note und fernab von irgendwelchem angeschimmelten Retro-Gegammel. Nummern wie „The Kids Who Wanna Play With The Dead“, “Who’s Your Daddy“, “Hardrock Hallelujah” und vor allem “They Only Come Out At Night“ verstehen es einfach komplett amtlich zu rocken. Eine nette Zusatznote bekommt dieser Release durch Gastauftritte von Rock- und Metalgrößen wie Bruce Kullick (ex-Kiss), Jay Jay French, Dee Snider (Twisted Sister) und Udo Dirkschneider (Accept) bei den finnischen Supermonstern.
Fazit: Wer Lordi bisher albern und öde fand, der wird seine Meinung sicherlich auch nicht wegen vorliegendem Album ändern. Wer aber Lordi bisher in sämtlichen Belangen unterhaltsam fand, den wird auch „The Arockalypse“ keinesfalls enttäuschen. Bleibt jetzt noch abzuwarten, wie Europa beim Eurovision Songcontest 2006 auf die finsteren Gesellen reagieren wird. Bis dahin: „SoundBase - Eleven Points; SoundBase - Once Points; SoundBase - Elf Punkte!“