Es wird allmählich Sommer, da kann sich so’n Die Hard Metaller wie ich auch schon mal gerne eine Reggae-Platte in den CD-Player werfen. Schön ist es dann, wenn einem genau passend zur avisierten Stimmung auch gleich die passende Promo ins Haus flattert.
In vorliegendem Falle war das kleine schmucke Label Valve Records der Absender dieser passenden Promo-CD und Lex Parka der auf jener vertretene Interpret. Mit der sommerlichen Stimmung will es dann aber doch nicht so ganz auf Anhieb klappen, denn wo bei vielen anderen Künstlern dieses Genres gemächliches Chillen angesagt ist, fordert Lex Parka’s selbstbetiteltes Album „Lex“ den Hörer mit ungewöhnlichen Klängen und allerlei musikalischen Experimenten. Oder um genauer zu werden, eine wenige Töne festgeklemmte Tischhupe (zu deutsch: Keyboard), wie sie beispielsweise bei „I Am Love“ tönt, kann Nerven strapazieren, auch wenn das Ergebnis alles in allem durchaus interessant klingt. Aber auch ohne solche Extremauswüchse stellt „Lex“ alleine durch den vielfältigen Stilmix hohe Ansprüche an den interessierten Hörer, selbst wenn der in diesem Genre als erfahren gilt. Lex Parka bedient nämlich stilistisch so ziemlich alles, was man mit Reggae in Verbindung setzen kann, von geradlinigem Roots bis beinahe hin zu Punk. In dieser Schnittmenge gibt es wohl kaum etwas mit dem Herr Parka Berührungsängste hätte, egal ob sich gelegentlich in chilligen Passagen zu verlieren oder auch mal einer leicht jazzigen Laune hinzugeben. Großartig limitieren musste sich der Künstler ja letzten Endes auch nicht, denn wo Lex Parka draufsteht ist auch 100% Lex Parka drin, will heißen: jeder einzelne Ton auf der CD wurde von Parka geschrieben und auch original so von ihm persönlich auf die CD gespielt, selbst wenn er von Hause aus das ein oder andere Instrument nicht wirklich erlernt hat und nur eben notdürftig beherrscht. Solch eine Aussage klingt normalerweise nach Ausschuss, im Falle Lex Parka wertet ein gewisser (und das ist jetzt nicht böse gemeint) Dilettantismus die Platte ungemein auf. Der Spaßfaktor jedenfalls steigert sich von Durchlauf zu Durchlauf.
Fazit: Mit der sommerlichen Stimmung hat es zwar jetzt bei mir nicht ganz so hingehauen, aber dafür fühle ich mich von Lex Parka und „Lex“ zum einen gut unterhalten, zum anderen auf angenehme Art und Weise mal wieder von einer Platte hörtechnisch richtig gefordert. Sicherlich keine Scheibe, die man mal eben so nebenbei hört, aber wer sich gerne mit Musik auseinandersetzt und sich dem Reggae und seinen Spielarten verbunden fühlt, sollte hier mal ausgiebig reinhören.
P.S.: Die Experimentierfreude hört bei Parka übrigens nicht bei der Musik auf, sondern setzt sich durchaus in der Gestaltung des Artworks fort, über das ich an dieser Stelle allerdings weiter nichts verraten möchte… selber gucken macht schlau