Jetzt rotiert „Mistery“, das Debütalbum der Schweizer Formation Leviathane, bereits zum fünften Male in Folge in meinem Player, und ich bin mir immer noch nicht sicher, was ich denn nun darüber in dieser Rezension schreiben soll.
Diese Unentschlossenheit rührt daher, dass diese Band zwar einerseits ziemlich nettes und amtliches Material am Start hat und für einen Newcomer definitiv eine gute Figur macht, andererseits aber von der Produktion her nicht wirklich überzeugen kann und so den guten ersten Eindruck sofort wieder relativiert. Natürlich sollte man mit einem Debütalbum, das vor allem dem Anschein nach in Eigenregie aufgenommen und produziert wurde, nicht all zu hart ins Gericht gehen, aber es gibt hier nun einmal Schwächen, die sich nicht wegdiskutieren lassen. So klingt mir persönlich das Schlagzeug zu hölzern und aufdringlich, der Bass schmiert alles zu und dem Gesang von Frontfrau Melanie Schweizer fehlt so ein wenig die flüssige Einbindung in das Gesamtwerk. Hinzu kommt, dass man der guten Frau für meinen Geschmack ruhig ein paar technische Schmankerl mehr bei der Produktion auf die Gesangsspuren hätte legen können, denn im Gesamtbild kommt der Gesang zu weit in der Mitte und zu trocken.
Man mag denken, es handelt sich nun bei dieser Rezension um einen Verriss der gemeinsten Sorte, ist aber trotz aller Kritikpunkte definitiv nicht so, denn trotz allem gefällt mir die Musik, die sich stilistisch nicht auf ein einzelnes Genre festlegen lassen will, sondern eher viele metallische Elemente zu einen versucht. Das mag daran liegen, dass die musikalischen Neigungen der einzelnen Bandmitglieder weit streuen können, nämlich zum Beispiel angefangen bei Bands der Marke Nightwish (die man häufiger rauszuhören meint) bis hin zu Düsterkapellen wie Immortal (die eher selten einfließen, aber dennoch präsent scheinen). Trotz der unterschiedlichen Einflüsse haben Leviathane ihre Songs durch die Bank sehr eingängig komponiert, immer wieder schöne Spannungsbögen in das Songwriting eingeflochten und wirklich schöne Melodien geschaffen.
Fazit: Als Debüt betrachtet kann man „Mistery“ über alles als ziemlich gelungen betrachten, auch wenn es in meinen Ohren eben noch jene erwähnten Schwachpunkte gibt. Wenn die Damen und Herren von Leviathane sich in diesen Punkten noch verbessern, darf man sich, so glaube ich, definitiv auf das nächste Album, an dem sie momentan wohl auch bereits fleißig schrauben, freuen. 8,5 Punkte!