Rezensionen

Le Mans: Rebel Action

(Ultrachrome Records / Sound Pollution)

Autor: schlimm / Wertung: 6.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Le Mans - Rebel ActionBei dem Namen Le Mans klingelt doch was?! Genau, es gab in den 80ern doch schon eine US Combo, die sich dem Melodic Rock verschrien hatte. Hier handelt es sich aber um eine völlig andere Band und Musikausrichtung. Für den Bandnamen zeichnet sich übrigens Sängerin Kris Le Mans als Patin verantwortlich. Die Damen und Herren hier kommen aus Eskilstuna, Schweden. Der 6er ist jetzt seit dem Jahre 2003 zusammen und hat sich in der Heimat aufgrund der Live-Qualitäten schon den Titel „A Must-See Live Act“ und „The Ones To Watch This Year“ erarbeitet und erspielt. Oha, da scheint ja wieder Großes aus Skandinavien auf uns zuzurollen. Allgemein sind die ja doch etwas weniger euphorisch als die Kollegen aus UK und wenn eine Band schon mit solchen Attributen versehen wird, dann sollte man die Lauscher schon mal etwas weiter öffnen.

Mit „Rebel Action“ erscheint nun endlich das Debüt-Album der Band. Elf Songs, verteilt auf eine Spielzeit von knapp 38 Minuten werden dem geneigten Hörer hier präsentiert. Einer der wichtigsten Faktoren der Platte ist die Stimme von Kris Le Mans, die den Unterschied zu artverwandten Künstlern ausmacht. Musikalisch ist das ganze irgendwo im Gothic Bereich, mit jeder Menge 80er Jahre Einflüsse angesiedelt, von Eurythmics bis hin zu The Cult oder auch Depeche Mode. Dabei ist auch alles - vom schnelleren Track wie der Albumopener „Forecast“ und die folgende Nummer „Bigger“ bis zum Midtempo Song wie z.B. „Rebel Action“. Keyboards und Synthesizer („Things To Bend“, „Talk“) in schönster 80er Jahre Manier sind hier auch jede Menge vorhanden, wer es mag, der wird seine Freude haben. Bei der ersten Single „Rolling The Stones“ kommt dann noch (unfreiwillig?) eine gewisse Komik mit ins Spiel. Höre ich da etwa Stayin´ Alive von den Bee Gees raus? Mit seiner melancholischen Grundstimmung wird der Song im Refrain dann aber noch mal gerade so gerettet. Nach hinten raus klingt das Album dann eher ruhig aus („Beautiful“, „Crash“).

Tja, große Euphorie oder Begeisterung stellt sich jetzt bei mir nicht so recht ein. Vielleicht überzeugt die Band ja wirklich bei Live.Auftritten immer auf ganzer Linie, auf Albumlänge kann sie es meines Erachtens nach nicht so ganz. Die Produktion und das hier dargebotene Handwerk sind sicher nicht von schlechten Eltern, was mir aber etwas bei der Platte fehlt ist Soul. Kommt mir alles etwas seelenlos aus den Boxen gekrochen. Und bei aller Liebe, waren die 80er nicht schon schrecklich genug, muss man das jetzt wieder aufleben lassen? Also bitte, wir schreiben das Jahr 2006 und nicht 1986. Aber nichtsdestotrotz, wer Gothicrock mag und evtl. auch so Bands wie Evanescence gerne hört, der sollte auch mal Le Mans antesten.

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