Inhalt: Im englischen Gasthaus ‘Zum Admiral Benbow’ quartiert sich ein alter Seemann ein, Bill Bones. Jim Hawkins, findet bald heraus, dass er Angst vor einem Einbeinigen hat und ihn irgend etwas seltsames umgibt. Eines Nachts wird der trunksüchtige Bones von einem Seemann aufgesucht.
Was treibt der unheimliche Pirat John Silver? Bei der Suche nach dem Schatz gerät der junge Jim Hawkins in große Gefahr…
Kritik: Mit der Schatzinsel verbindet mich auch eine lange Freundschaft, war es doch eines der ersten Hörspiele, das mein Vater mir als Rotz einmal zu Weihnachten schenkte – allerdings vom Traditionslabel Europa. Die Geschichte faszinierte durch das Abenteuer, welches der junge Jim Hawkin auf der Schatzinsel mit den Piraten um Long John Silver erlebt. Und bietet durch den kindlichen bzw. jugendlichen Protagonisten für junge Hörer einen idealen Identifikationscharakter. Zumal Jim Hawkin selber nicht nur clever, sondern auch ein wenig opportunistisch ist. So freundet er sich ebenso schnell mit dem Meuterei-Führer John Long Silver an, wie er dessen Plan zu Beginn verraten hat. Für den Jungen zählt einzig das Abenteuer, seine Gefährten sind ihm dabei recht egal. Auch wenn es ihn deutlich zu den als ‚gut’ ausgezeichneten Charakteren zieht.
Diesen Zwiespalt im Charakter Jim Hawkins lässt Maritim zwar nicht übertrieben herauswachsen, aber in ihrer Darstellung des smarten Jungen finden sich eine gewisse moralische Ambivalenz. Jim Hawkins hüpft von einem Lager ins andere wie ein Grashüpfer von Halm zu Halm. Teufelskerl kann man hier sogar doppeldeutig meinen.
Auch wenn mir die Europa-Version nun einmal wegen des persönlichen Hintergrunds besser gefällt, kann ich ohne schlechtes Gewissens auch die Vethake-Version empfehlen: u.a. Hans Schwarz, Paul Richter und Klaus Jespen geben gute Piraten ab, Santiago ‚Spongebob’ Ziesmer glänzt als Jim Hawkins und auch die ‚Netten’ (u.a. Herbet Zimran und Detlef Eckstein) färben ihre Charaktere. Die Kulisse ist spärlich aber effektiv, die Schatzinsel erreicht man so auch mit geschlossenen Augen. Ein netter Klassiker, den ich auch meinen Kindern schenken würde.