Rezensionen

Krisiun: AssassiNation TIPP

(Century Media/Magic Arts Publishing)

Autor: R@Z€ / Wertung: 10.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Krisiun - AssassiNationWie rezensierte Kollege DJ noch die 2001er Krisiun-Scheibe, “Ageless Venomous”, “Was ich bei den Brasilianern etwas vermisse, sind die wirklichen Hits”. Bingo, die Horde Bayern hat Anno 2006 den Nagel auf den Kopf getroffen;) Sicherlich werden Krisiun auch zukünftig nicht auf einem Kuschel-Rock Sampler vertreten sein, es werden immer noch viele Töne in ein Riff gepackt und es geht weiterhin möglichst brutal und schnell zur Sache, aber diesmal mit Stil. Über 45 Minuten wuselt sich Moyses auf der Katarre ordentlich die Finger wund, Alex grunzt wie ein abgestochenes Schwein und Max hat der Omma die gute alte Singer-Nähmaschine geklaut und als Doublebass-Metronom benutzt. Alles wie immer so scheints. Weit gefehlt. Wären Krisiun eine Naturkatastrophe, so würde Katrina ziemlich blaß aussehen. Diesmal mit einem ordentlichen Hitpotenzial versehen, holzen und blasten sich die Südamerikaner brachial durch den fast nicht mehr vorhandenen Regenwald und bringen auf Umwegen gleich El Niño mit. AssassiNation ist vertonte globale Erderwärmung, Tsunami und Heuschreckenplage in einem. Nichts für sanfte Gemüter und nur für geschulte Ohren, die auch an Cannibal Corpse und Nile gefallen finden, geeignet. Ob bei “Bloodcraft” cool geblastbeatet wird, bei “United in deception” bedrohliche Atmosphäre mitwabert, bei “Decimated” kaum über der Schallgrenze gezockt wird, oder Motörheads “Sweet revenge” mit einem leicht rockigen Satyricon-Sound auseinandergepflückt wird, alle diese Songs sind Death Metal-Hits. Allen voran mein Liebling “Refusal”. Die gesamte Katastrophenpalette kommt wie gewohnt mit einem glasklaren Sound daher und so evil wie Sänger Alex klang schon lange kein Sänger mehr. Als ähnliches Referenzwerk dürfte (fast auch stimmlich) Vaders “Black to the blind”-Album herhalten, bei welchem ebenfalls ein jeder Song eine eigene Duftnote versprühte, oder eine technische und soundtüftelige Finesse darbot! Ganz Großes Mau Mau. 10 Punkte

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