My dear Mr. singing club! Was ist das bitteschön. Der Opener der neuen Koroded Scheibe rauscht durch die Lauscher, wie seinerzeit der Starter der Machine Head Debutscheibe und auch die folgenden Songs lassen immer wieder an die "The burning red"-Ära der Oakland-Vorbilder erinnern. Fette Grooves, Stakkato Riffing und zwischendurch cleane Gesangspassagen mit schönen Melodieläufen. Diese, trotz allem eigenständige Melange hört sich an, als hätten Pantera, Trivium und Robert Flynn einen Urlaub im Stahlwerk Thyssen/Krupp gebucht und derbstens abgerockt. Ein bisschen psycho hier und eine Prise Metalrock dort. Jan Rödert brüllt und singt mit Mr. Flynn um die Wette und klingt dabei frisch und unverbraucht. Alle Achtung, dass diese junge Band solch einen Hammer vorlegt, ich zumindest hatte nach Hören dieser Scheibe Pipi inne Augen stehen. Hört Euch diese Riffs an. Der exzellente Opener "Zero minus zero", der Dampfhammer "Scartrade" oder das zuckersüße "Unhold" sind so endlos geil, dass Zugreifen einfach nur Pflicht ist! Und wenn Koroded im letzten Song die Fear Factory-Keule rausholen, um Herrn Burton C. Bell mal zu zeigen, wie sich eigentlich ein FF-Song anhören sollte, dürfte spätestens klar sein, dass aus den Jungs noch was ganz Großes wird. Schön zu sehen, dass man auch im überfüllten Metalparadies immer noch einige Perlen entdecken kann.
Produktionstechnisch veredelt wurde der Silberling durch den Hatesphere-Sänger Jacob Bredahl, der den Jungs einen amtlichen Sound verpaßt hat. Verpassen sollte man demnach auch nicht die gemeinsame Tour mit den Pantera-Hearalikes Betzefer im April/Mai diesen Jahres. Fette 10 Punkte für gekonnten modernen Metal, der elegant Metalcore und Nu- Metal umschifft.