Inhalt: In New York geht die Angst um bei all jenen, die zwar wegen Notzuchtverbrechen vor Gericht gestellt werden, aber mit der Unterstützung eines gerissenen Anwalts durch die Maschen des Gesetzes schlüpfen. Vielen von ihnen hat der Freispruch nur Schlimmeres beschert. Es gibt da einen Menschen, der die Opfer der Frauenschänder rächt: Der Panther aus der Bronx.
Gnadenlos schlägt er zu, benutzt immer neue Waffen. Er ist wie ein Phantom, hinterlässt keine Spuren, außer seinem Erkennungszeichen. Das ist ein blutiges Mal auf den Gesichtern seiner Opfer, das von messerscharfen Krallen herzurühren scheint. Als eine verzweifelte Mutter Jo Walker um Hilfe anfleht, kann der Privatdetektiv nicht ablehnen. Für Jo wird der Auftrag zum Alptraum…
Kritik: Und die nächste Groschenromanvertonung findet ihren Weg in die Ohrmuschel. Der schon in den 50er Jahren auf Verbrecherjagd gehende Joe Walker mit dem heute etwas schwachen Künstlernamen Kommissar X feiert sein Hörspieldebüt. Ebenso wie bei der ersten Folge der Kettler Serie Das magische Amulett zeichnet sich auch diese Vertonung vor allem durch Minimalismus aus. Drei Sprecher führt die Folge auf, wobei Robert Missler in der Rolle des Kommissar X den Mammutanteil übernimmt. Aus seiner Sicht wird die Geschichte geschildert, er ist es, welcher das restliche Personal durch indirekte Rede aufleben lässt. Damit der erste Auftritt nicht vollkommen zum Hörbuch mutiert, arbeitet man im Hintergrund vor allem mit zahlreichen Geräuschen, um es dem einsamen Schauspieler durch eine prachtvolle Kulisse einfacher zu machen. Da Robert Missler als Schnüffler eine gute Figur macht, funktioniert dies bei Der Panther aus der Bronx recht gut.
Dass Der Panther aus der Bronx in der regulären Serie immerhin schon die 1539 Episode ist, merkt man neben der Routine auch durch eine durchaus gewaltsamere Ausrichtung. Da wird ein Anwalt in der Tiefgarage klein gehackt, Frauen vergewaltigt (was allerdings nicht detailliert geschildert wird), Selbstjustiz geübt und Gangster in die Luft gesprengt. Die Rolle des Verbrechers und Opfers tauschen dabei im Verlauf der Folge ihre Plätze, was beim einen oder anderen Hörer Schwindel erzeugen dürfte. Die Auflösung dürfte ihren Teil dazu beitragen.
Auch wenn die erste Episode nicht nur wegen ihrem Minimalismus etwas altmodisch daherkommt, so bietet sie damit doch auch ein gelungenes Gangsterstoryflair. Selbstverständlich im Rahmen eines Groschenromans. Die Erzählung ist flott, schweift nicht unnötig ab und unterhält für 60 Minuten ansprechend. Ob sie sich damit allerdings gegen das wachsende Angebot an Hörspielen und Hörbüchern durchsetzen und gegen die weitaus stärkeren Groschenromanumsetzungen (Perry Rhodan, John Sinclair,…) anstinken kann, muss bezweifelt werden.
