Mausoleum Records scheinen sich in letzter Zeit mehr dem Re-Release Sektor zu widmen als dem signen neuer Bands. Finde ich persönlich etwas bedenklich, weil man damit unter Umständen relativ schnell den Ruf eines reinen Resteverwerters weg hat. Warten wir ab, wie sich die Dinge bei dem belgischen Label weiter entwickeln werden, aber für heute steht erst einmal wieder ein Re-Release an.
Im Original unter dem Albumtitel „The Lost Years“ veröffentlicht kommen King Kobra, die Band von Schlagzeug Legende Carmen Appice, heuer unter dem Titel „Number One“ daher. Bei King Kobra ist so ziemlich alles arg posig, angefangen beim Bandnamen, über das Artwork, die Fotos im Booklet, auf denen man die beteiligten Musiker vor lauter Haarspray und Tuntenklamotten fast schon gar nicht mehr erkennt, bis hin zu den Song. Kurz: Posertum at its best! Aber in diesem Falle kann Posertum durchaus auch mal Laune machen, denn die Mucke fährt einem zugegebenermaßen relativ schnell in die Knochen und hinterlässt ein wohlig vergnügtes Gefühl. Zwar findet sich auf „Number One“ durchaus die ein oder andere Flopnummer, aber im Großen und Ganzen weiß das, was Appice hier mit wechselnden Gastmusikern bietet, durchaus zu gefallen. Wer sich vermittels Probehören einen kurzen, guten Eindruck von diesem Release verschaffen will, der sollte vor allem Tracks wie „Mean Street Machine“, „Redline“, „Overnite Love Affair“ und „Your Love’s A Sin“ anskippen.
Fazit: „Number One“ ist zwar nicht mehr gerade das frischste Produkt im Ladenregal, kommt aber alles in allem noch sehr genießbar bis schmackhaft daher. Das Gerücht, dass die King Kobra-CD übrigens mittlerweile in jedem Super- und Drogeriemarkt erhältlich und dort direkt neben Haarspray und ~festiger zu finden ist, ist bisher unbestätigt.