Auch wenn es schon ein King Diamond-Livescheibchen gibt, dürften die Freunde des Dänenkönigs schon lange auf eine ansprechende Dokumentation der Bühnenaktivitäten gewartet haben. Das damals noch von Roadrunner veröffentlichte Stück, das von der Abigail-Tour 1987 war, enthielt immerhin nur Songs der ersten beiden Diamond-Platten und konnte gerade wegen der schlechten Soundqualität nicht wirklich überzeugen. Ob die Euphorie diesmal über Deadly Lullabyes lange groß sein wird, hängt aber auch ein wenig von der Toleranz der King-Fans ab.
Optisch ansprechend ist mein Digipack mit seinen zwei CDs ja schon, den ich zum fairen Preis von ca. 17 Euro erstanden habe. Das Booklet enthält neben zahlreichen Bildern und dem obligatorischen Gesabbel auch die gespielten Daten der Nordamerika-Tour, auf die wir hier im frostigen Deutschland sicherlich neidisch gucken dürften, war die Band nun auch schon etwas länger nicht mehr in unseren Graden.
Die Setlist schlägt sich erst einmal durch den Klassiker Abigail, geht dann über zur Fortsetzung Abigail II, springt dann über The Eye (Eye of the witch) und Conspiracy (Sleepless nights) zum letzten Player The Puppetmaster, um abschließend Them noch mit zwei Songs (Welcome Home & The invisible guests) zu gedenken und mit Burn The Eye ein zweites Mal aufzugreifen. Als obligatorische Zugaben gibt es schließlich Halloween und No presents for christmas. The Spider’s Lullaby, The Graveyard, Voodoo und House Of God gibt es scheinbar zumindest hier in der Discographie nicht mehr, was ich persönlich nicht so schlimm finde, hat der King für mich die besten Platten eh zu Beginn seiner Karriere abgeschossen.
Im Gegensatz zu den alten Liveaufnahmen hat man diesmal natürlich investiert. Und zwar einige Zeit im Studio. Der Sound ist klasse, die Atmosphäre gut eingefangen. Der König selber singt allerdings so einwandfrei, dass eine Nachbearbeitung im Studio nahe liegt. Zumal an einigen Stellen auch zwei Stimmen zu hören sind, wo selbst der König sicherlich rein anatomisch nur über die Möglichkeit verfügt, eine hervorzubringen. Und selbst wenn es ihm möglich sein sollte, in einem Moment sowohl hohe als auch tiefe Töne von sich zu geben, dann nicht in dieser Brillanz. Riecht so stark nach Pfusch wie mein Morgenschiss nicht nach Jasmin riecht! Als Diamond-Liebhaber bereue ich allerdings auch diese Investition nicht und würde mir ein visuelles Bonbon wünschen!
Warum gibt es eigentlich immer noch keine King Diamond Live DVD? Eine Mercyful Fate DVD wäre auch wunderbar. Und was ist überhaupt mit Mercyful Fate? Haben die sich inzwischen wieder aufgelöst?
Comment by Manuel Bauer — February 11, 2007 @ 9:25 pm