Obwohl Killer dieses Jahr ihr 25-jähriges Bandjubiläum feiern und mit „Immortal“ immerhin schon ihr sechstes Album veröffentlichen, muss ich zu meiner Schande gestehen, dass mir die Jungs um Sänger und Gitarrist Paul „Shorty“ Van Camp bisher komplett unbekannt waren. Könnte ein Fehler sein, denn was sie auf ihrer aktuellen Platte bieten trifft durchaus meinen metallischen Nerv.
Insgesamt 12x bieten die Herren hier nämlich eine durchaus gefällige Mixtur aus NWOBHM – Elementen und einer gehörigen Portion gepflegten Rock ’n’ Rolls. Die Gitarrenriffs kommen durch die Bank sehr gefällig daher und verursachen augenblicklich rhythmische Zuckungen im Nackenbereich, der Gesang ist rockig und von den Melodielinien her sehr einprägsam und Bass und Drums bieten ein ansprechendes Fundament dazu. Abgerundet wird das Ganze durch eine amtliche Produktion, die recht ordentlich aus den Boxen drückt. So macht Metal mal wieder richtig Spaß, denn hier springt der Funke im Gegensatz zu den vielen Plastikproduktionen, die in den letzten Jahren den Markt überfluten, merkt man dem Quartett definitiv echte Leidenschaft und ehrliche Arbeit an ihrer Platte an. Wer sich von der Qualität des gebotenen mittels Probehören überzeugen will, der sollte auf jeden Fall neben dem Opener „Immortal“ auf jeden Fall noch „Frozen Fire – Burning Ice“, „Queen of the Future“, „Highland Glory“, „Drifting Away“ und vor allem „Liquid Shadows“ anwählen.
Fazit: Killer gehören für mich 2005 zu den angenehmsten Überraschungen, denn auf „Immortal“ bekommt man knackigen Metal in amtlichen Soundgewand geboten. Überraschend ist dieser Release außerdem, weil er via Mausoleum Records erscheint, dem Label, dass sich in letzter Zeit eher durch einen gepflegten Re-Release – Wahn ausgezeichnet hat, anstatt mal wieder richtig frische Mucke auf die Menschheit los zu lassen. Wollen wir hoffen, dass das belgische Label auch in Zukunft wieder mehr auf dem Frischemarkt zu bieten hat. 10 Punkte!