Rezensionen

Karl Sanders: Saurian Meditation

(Relapse)

Autor: SD / Kommentare: Bisher keine

Ich muss ja mal ganz ehrlich zugeben, dass NILE eh nicht so ganz mein Ding sind. Okay, die Band trümmert sich technisch einwandfrei durch die Gegend. Meiner Meinung nach schreiben sie dabei aber keine guten Songs (wie es manch andere Genre-Ikone durchaus schafft) und diese Ägypten-Sache kommt mittlerweile auch schon leicht albern. Aber das ist ja nur meine Meinung.
Auf die Spitze treibt es NILE-Mitglied KARL SANDERS jetzt mit seinem Solo-Werk "Saurian Meditation".
Gleich beim Opener wabern einem Sitar-Klänge, hintergründige Drumcomputer-Beats und Percussion in einen imaginären LSD-Wahn. Egal ob der gute Karl dabei mal singt ("Of the Sleep Of Ishtar"), oder nur bis zum Exzess diverse Saiteninstrumente und Handtrommeln bearbeitet – er scheint es darauf anzulegen einen Soundtrack für die nächste Cleopatra oder 1001 Nacht Verfilmung abzuliefern. Spätestens bei regelrechten Ambient-Sphären und sakralen Chören verhärtet sich dieser Eindruck.
Das Album ist dabei rein objektiv betrachtet wirklich alles andere als schlecht. Einige Passagen würde ich, wenn ich tatsächlich auf die Idee kommen würde Meditation zu betreiben, vielleicht wirklich dabei auflegen. So manche Stelle hat durchaus eigenes Flair und relaxendes Feeling und Herr Sanders zeigt gekonnt, dass er eben auch anders kann.
Aber seien wir doch mal ganz ehrlich: Wer außer beinhärtesten NILE-Fans oder Rollenspielern mit Orient-Fimmel soll die Kohle übrig haben, sich so was in die CD-Sammlung zu schieben?
Wer braucht und hört solche Releases eigentlich wirklich, wenn man bedenkt, was andere Knallköppe schon an Pseudo-Experimentalmucke fabriziert haben. Seien es die dokumentierten Verdauungsgeräusche eines Mike Patton, die Merzbow-artigen Rauschdröhnungen von (Ex-)Atari Teenage Riot Beiwerk Nic Endo, der Möchtegern- Mittelalter-Soundtrack-Ausflug des extremmetallischen Underground-Helden Killjoy oder die krampfhafte Klangkunst von Abruptum, die sich in erster Linie Black Metaller reinfahren, weil die Schote auf den Mist irgendeiner skandinavischen Finstergestalt gewachsen ist.
Ich ziehe es da doch vor mich an den hypnotischen Klangwelten zu erfreuen, die Bands wie Neurosis oder Ostinato erzeugen, und rate Relapse Records sich auf das zu konzentrieren, was sie eh am besten können: Kranken Krachmacher-Perlen wie Mastodon oder Pig Destroyer den Weg ebnen!
(Keine Punktwertung)

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