Rezensionen

Kaipa: Mindrevolutions

(Insideout / SPV)

Autor: RM / Wertung: 8.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Kaipa - MindrevolutionsAller Anfang ist schwer. Sucht man im Internet Informationen über die Band Kaipa, landet man prompt beim „Kantonalen Institut für Pathologie“. Nicht verwirren lassen, hier ist man definitiv falsch. Doch es gibt ja noch andere Schienen, über die man sein Glück versuchen kann und letztendlich landet man auch am Ziel. Soweit dies. Ein Tipp mit Augenzwinkern.

Kaipa sind wieder auferstanden. Nach über 20 Jahren Ruhepause, startet die ehemalige schwedische Progressivrock Formation ein weiteres mal durch.
Ein Überlebender, nämlich Roine Stolt, lebte seinen Hang zum Prog-Rock in der Vergangenheit recht erfolgreich mit den Flower Kings aus. Nun veröffentlicht der Macher und Gitarrist der Blumenkönige mit Freund und Ur-Kaipa Hans Lundin und anderen Mitstreitern mit „Mindrevolutions“ ein weiteres absolutes Prog-Meisterwerk nach „Notes From The Past“ (2002) und „Keyholder“ (2003).

Von der Originalgruppe ist zwar nur noch ein kleiner Teil übrig geblieben, doch dieser prägte bereits damals den Sound und steht auch diesmal wieder für ausgefeilte Arrangements. Ganz besonders Keyboarder Hans Lundin hat sich mehr als erlaubt ins Zeug gelegt. Ihm zur Seite standen neben Roine Stolt, der sich auf „Notes From The Past“ nur aufs Gitarrenspielen konzentrierte, u.a. Jonas Reingold (Bass), Patrik Lundström (Gesang) und Morgan Agren (Drums), alles Jungs die ihr Prog-Handwerk verstehen. Was kann da also noch schief gehen? Nix!
Ach ja. Diesmal vervollständigt eine Frau die Dramaturgie. Sängerin „Aleena“ erfüllt die ungewöhnlichen Melodien und Prog-Rock Sounds mit frischem Leben.

Doch wer denkt, Kaipa würde dort weitermachen, wo sie einst aufhörten, sieht sich getäuscht. Die Zeit ist seit 1975, dem Jahr der ersten Albumveröffentlichung der Band, nicht spurlos an ihnen vorüber gezogen. Es hat sich einiges, sogar wesentliches verändert. Damals sang man noch schwedisch, heute geht es nur noch Englisch sprachlich über die Bühne. Gesanglich hat sich auch einiges getan. Patrik Lundström versprüht wesentlich mehr Pathos als seine Vorgänger und eben Aleena, die Frau mit emotionaler Stimme.

Etwas rockiger kommt die Musik von Kaipa auch daher, ein Hauch von schwedischem Folk macht sich beim ein oder anderen Stück breit, dazu noch etwas Funk und Jazz. Im Ganzen ist „Mindrevolutions“ ein durch und durch melodiöses, feinfühliges, ausgereiftes Album mit immer wieder traumhaften Passagen.

Ein Highlight: das fast 26minütige Titelstück „Mindrevolutions“ – gleicht einer Rock-Oper.
An Länge haben die Songs gegenüber diversen Stücken vergangener Tage wieder gewonnen. Die typischen 6 Minuten und mehr Songs finden sich mit „The Dodger“, „Last Free Indian“ und „Remains Of The Day“ wieder öfters.

„Mindrevolutions“ – es geht wieder aufwärts in Sachen Prog-Rock. Kein Retro, vielmehr ein, mit aktuellen und interessanten Sounds gespickter zweiter Neuanfang.

Tracklisting:
01. Dodger
02. Electric Leaves
03. Shadows Of Time
04. A Pair Of Sunbeams
05. Mindrevolutions
06. Flowing Free
07. Last Free Indian
08. Our Deepest Unner Shore
09. Timebomb
10. Remains Of The Day

Time: 79:18 min.

Diskographie:
1975 Kaipa
1976 Inget nytt under solen
1978 Solo
1980 Händer
1982 Nattjurstid
1993 Stockholm Symphonie
2002 Notes From The Past
2003 Keyholder
2005 Mindrevolutions

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