Rezensionen

Just4Women: Hüttenzauber (6)

(Sounds of Seduction/Luebbe Audio)

Autor: DJ / Wertung: 8.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Just4Women - Hüttenzauber (6)Inhalt: Romantisches Bergpanorama, knackige Skilehrer und zünftiger Apres Ski sorgen dafür, dass jede unserer vier Mädels auf ihre Kosten kommt. Sylvia und Rolf sind verliebter denn je und haben eine kleine Überraschung für die Freundinnen. Annica und Ellen haben endlich einmal Zeit für sich, und die nutzen sie besonders intensiv.

Cora genießt die Nähe von Sepp, dem Hotelbesitzer, und Moni hofft, dass ihr Seitensprung mit dem Schweizer Geschäftsmann nicht ‚rauskommt. Ob das alles gut geht? Hören wir mal… zumindest wird es wieder einmal besonders auf- und anregend - schneesicher!

Kritik: Martinshornblasen, genüsslich auf der Couch mit zwei lesbischen Schönheiten? Sex in der Umkleidekabine mit der nymphomanen Freundin? Versöhnungsgetummel unter der Decke? Sind das Frauenphantasien? Dann hat man mich bei der Geburt ein wenig zu ausgiebig beschenkt! Hüttenzauber, die sechste Episode aus der für Frauen konzipierten Serie, läßt Männerherzen höher und Männerblut schneller zirkulieren; gar keine Frage. Ob es allerdings die Bedürfnisse der Damen befriedigt, läßt sich aus meiner Sicht schwerlich beantworten. Aber der Reihe nach.

Der Einsteiger bekommt zu Beginn einen kurzen Rückblick auf Vergangenes geboten. Und natürlich auch noch einmal die im Booklet farbenfroh gezeichneten Damen vorgestellt. Da haben wir die Annica, die musikalisch so richtig durchstartet und ihre Liebe zu Ellen entdeckt hat. Und die Moni, die von ihrem Mann vernachlässigt, einen reichen Schweizer in die Polster gedrückt hat. Und Sylvia, die inzwischen schwanger, ihren Freund Rolf zum Karnickel macht. Und die Cora, die einem feucht-fröhlichen Intermezzo nie abgeneigt zu sein scheint. Und weil die ganzen Liebesabenteuer neben der tatsächlich betriebenen Profession recht anstrengend sind, geht es in dieser Folge erst einmal in den Winterurlaub. Und ich kann nur sagen: wenn es damals im achten Schuljahr auch so heiß hergegangen wäre bei unserer Klassenschaft ins Winterskigebiet, ich wär nie mehr wiedergekommen!

Rolf erliegt der nymphomanen Sylvia schon beim Kauf neuer Winterklamotten, Macho-Skilehrer Martin trägt bei Ellen und Annica nicht nur den Jagertee weg, sondern bekommt auch noch Annicas musikalisches Talent demonstriert und schließlich darf auch noch der Hotelbesitzer Sepp trotz burschikosem Charme der ihm nur freundschaftlich geneigten Cora den Skianzug aufknöpfen. Dennoch nimmt sich sein amouröses Abenteuer im Gegensatz zu den sportlichen Aktivitäten der anderen Beteiligten harmlos wie ein Rosamunde Pilcher Roman aus. Die packendsten Stöhn-Duelle liefern sich definitiv die wieder versöhnte Moni und ihr Mann.

Zwischen diesem doch erstaunlich offenen Schilderungen, die man aufgrund der schmuck-designten Verpackung nicht hat erwarten dürfen, passiert allerdings handslungsmäßig recht wenig. Monis Mann erfährt von ihrem Seitensprung und legt kurz eine deftige Szene im Hotel hin, Skilehrer Manni quält die Damen nicht nur mit seinem widerlichen Machogequatsche sondern auch mit Leibesertüchtigungen. Und Sylvia und Rolf turteln spätestens beim abschließenden Rodeln so heftig, dass auch der letzte Spatz aus dem Baum fällt. Die Charaktere sind zumindest in dieser Folge relativ einseitig und triebgesteuert dargestellt; aber darum geht es ja schließlich auch bei Just4Women. Ob dies allerdings auch in zukünftigen Folgen wirkt? Irgendwann möchte man zwischen all dem Federgequietsche vielleicht doch noch so etwas wie Dramaturgie vermittelt bekommen. Da liefert die Daily Press doch die schönsten Ideen: Penisbruch oder Herzfinfarkt, Entführung und Stockholm Syndrom.

Als bekennender Sympathisant der Hörspiel-Soap Biggi (einst erschienen im Karussell-Verlag) und als weltoffener Mann immer nah am Puls der Zeit auch bei Fraueninteressen :-) , komme ich nicht umhin, der Serie Just4Women aus dem Haus Sounds of Seduction einen frischen Unterhaltungswert zu attestieren. Dazu tragen vor allem die saubere Produktion und die engagierten Sprecher bei, denen ich gerne einmal bei den Aufnahmen über die Schulter gucken würde. Einzig der Dialekt bei der Bedienung Fräulein Mitterer kommt mir etwas zu gestellt daher. Alexander Rossi und Thomas Pohn nimmt man die Nationalität aber beeindruckt ab. Musik und Untermalung schaffen auch ein weiches Hörvergnügen.

Wer neugierig geworden ist oder noch ein nettes Geschenk zum Muttertag sucht, sollte einmal die etwas entschärften Soundfiles auf der Homepage checken. Die Serie wird sicherlich nicht nur das weibliche Geschlecht aus- bzw. anziehen.

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