Rezensionen

Julian Sas: Twilight Skies of Life

(Corazong)

Autor: Katze / Wertung: 9.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Julian Sas - Twilight Skies of LifeNachdem sich der Holländer in den letzten Jahren auf Konserve eher mit dem Aufbereiten alten Materials beschäftigt hat, kommt er dieser Tage endlich mit seinem sechsten Studioalbum „Twilight Skies of Life“ aus der Hüfte. Nicht, dass seine Live-Platte oder der Balladen Best of „Light in the Dark“ schlecht gewesen wäre, aber die Fans des Bluesmusikers dürften allmählich schon nach neuem Material gelechzt haben.

Wer als Fan seiner Musik nach neuem Material gelechzt hat, wird von Sas für die lange Wartezeit darauf – das kann man an dieser Stelle vorwegnehmen – definitiv entschädigt. Insgesamt 11 Tracks finden sich auf dem aktuellen Longplayer, aufgeteilt in 10 neue Songs, von denen „That’s Enough For Me“ in einer Album Version und als Radio Edit vertreten ist. Was gleich auffällt ist, dass im Instrumentarium der Julian Sas Band eine wesentliche Neuerung gibt, denn mit Pieter van Bogaert ergänzt ein Tastenkünstler die Formation, der sich dann auch gleich massiv mit Hammond Orgel und Piano in Sas’ Musik einbringt. Julian Sas äußert sich dazu auch explizit im Vorwort seines Booklets, indem er sagt, dass er dieses Mal von Anfang an beim Songwriting das Gefühl hatte, dass die Songs eine Hammond Orgel oder ein Piano erfordern würden. Ich würde ihm nach mehreren Durchläufen durchaus zustimmen, denn diese Instrumente bringen eine spannende Facette in das Material und dicken die Songs vom Sound her ordentlich an. Ansonsten ist alles weitgehend beim Alten geblieben, denn stilistisch bewegen sich Sas und Co in der Schnittmenge aus Rock, Blues und Soul, wobei es mir fast so erscheint, als hätte der Meister die 2 Jahre seit dem letzten Studioalbum auch dazu genutzt, an seiner Gesangsstimme zu arbeiten, denn die tönt in meinen Ohren inzwischen etwas vollmundiger… ich kann mich aber natürlich auch täuschen.

Aber nicht nur musikalisch hat „Twilight Skies of Life“ einiges zu bieten, auch im textlichen Bereich wird der geneigte Hörer dieses Mal sehr gut versorgt, denn Julian Sas verarbeitet in einigen von ihnen seine Gedanken zur augenblicklich allerorten sehr angespannten Lage in der Welt. Das gibt dem ganzen Album einen sehr ernsten Anstrich, ohne allerdings übertrieben mahnend die Finger in jegliche Wunden der Welt zu legen und dabei den Spaß an der Musik an sich zu sehr in den Hintergrund zu drängen. Eine gelungene Mischung eben aus starker Musik und guten Texten.

Fazit: Im Bereich Blues-Rock dürfte für Fans dieses Genres dieser Tage kein Weg an Julian Sas’ aktuellem Album „Twilight Skies of Life“ vorbeiführen. Aber auch zum Neu-, Quer- oder Was-auch-immer- Einstieg ist dieses Werk mit seiner stilistischen Vielfalt und der anspruchsvoll gediegenen handwerklichen Ausführung bestens geeignet. 9,5 Punkte an unsere holländischen Nachbarn!

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