Inhalt: Es ist Weihnachten und die 13-Jährige Cecilie liegt todkrank im Bett. Zwischen Wachen und Träumen sieht sie plötzlich ein merkwürdiges Wesen bei sich sitzen. Der Engel Ariel befragt sie nach ihrer Welt und Cecilie ist dabei aufgefordert über sich und das Leben nachzudenken
Wer bei Jostein Gaarders Geschichte Durch einen Spiegel in einem dunklen Wort die eine oder andere Träne wegdrücken muss, braucht sich dafür nicht zu schämen. Die Erzählung um die Begegnung zwischen der todkranken Cecile und dem Engel Ariel ist einfach rührend und trotz ihrer Leichtigkeit schmerzhaft direkt. Die letzten Tage Ceciles werden verbunden mit tiefsinnigen Gesprächen, die erneut Gaarders Talent bezeugen, Philosophie einfach und zugänglich darzulegen. Während andere Autoren sicherlich über das ernste Thema gestolpert wären, gelingt es Gaarder mit viel Einfühlungsvermögen den Sterbeprozess und damit verbundene Fragen darzustellen. Hoch anzurechnen ist ihm dabei, dem Leserwunsch nach einem glücklichen, aber unrealistischen Ende nicht nachzukommen.
Jens Wawrczeck als Engel? Als Engel in solch einer dramatischen Kulisse? Geht das? Es geht! Auch wenn man seine Stimme automatisch mit der Figur Peter Shaw verknüpft, gelingt es ihm auch den kahlköpfigen, neugierigen Engel ‚Leben’ einzuhauchen. Zusammen mit Keren Kashi brilliert er im Zwiegespräch über Leben und Tod. Nicht unerwähnt soll aber auch der Rest der Familie bleiben, die den Schmerz über die todkranke Tochter, die in den Weihnachtstagen ihrer Krankheit erliegen wird, in die Wohnstube tragen: Krista Posch als Mutter, Wolfgang Condrus als Vater, Hedi Kriegerskotte als Großmutter, Charles Wirths als Großvater und Benjamin Marquart als Lasse.
Wer für die Weihnachtszeit noch ein besinnliches Geschenk sucht, fasziniert ist von den Geschichten Jostein Gaarders oder einmal wieder ein intelligentes, nachdenkliches Hörspiel hören will, liegt hier vollkommen richtig.