Jerkstore aus dem nahen Dänemark gehören sicherlich in die Riege der Presselieblinge. Leider ist es das Schicksal solcher Acts, nie die breite Anerkennung zu erhalten, die sie verdienen. Die Geschichte des Heavy Metals verzeichnet nur einige Beispiele großartiger Bands, die aufgrund mangelnder Aufmerksamkeit zahlender Kunden letztendlich schon nach wenigen Platten das Zeitliche gesegnet haben. Spontan fallen mir da z.B. die einzigartigen Thrasher von Anacrusis ein.
Jerkstore liefern mit Blood on Canvas nun auch schon ihre dritte Scheibe ab. Immer begleitet von freudigem Pressejauchzen, welches aber ungehört in der Öffentlichkeit blieb. Blood On Canvas empfiehlt sich auch als recht außergewöhnliche Scheibe. Außergewöhnlich nicht unbedingt was das Songwriting oder die Songs an sich betrifft. Sondern vielmehr deswegen, weil die Einflüsse der Band so deutlich auf der Hand liegen, man immer wieder viele kleine Elemente in den Songs entdeckt, die man auch schon bei anderen Gruppen gehört hat, es den Dänen aber dennoch gelingt, all dies zu einfachen, Hookline orientierten Songs mit eigener Note zusammenzusetzen. Dabei ist die Gangart deutlich geprägt von den Anfängen des NU Metal, vom Grunge und vom Heavyrock. Bunt fließen hier Machine Head, Pantera, Alice In Chains, Life Of Agony, Prong, C.O.C und Annihilator (zur King Of The Kill-Phase) ineinander, werden aber geschickt zu kurzen, treffenden und stark rockenden Nummern zusammengesetzt. Es gibt zwar sicherlich hier und da einmal einen kleinen Hänger (z.B. Powder klingt etwas zu gewollt) oder der Gesang klingt an gewissen Stellen etwas nölig (z.B. People Like You), aber dafür wird man dann mit Krachern wie Kinderwelt, The unbearable heaviness of being oder Timing is everything entschädigt.
Schade, dass die Band bisher kein Label in Deutschland gefunden hat und Blood On Canvas daher offiziell bisher nur in Dänemark veröffentlicht wurde. Und dies schon vor einem Jahr. Im Herbst steht schon der nächste Longplayer vor der Veröffentlichung. Vielleicht wacht dann mal ein Label auf, welches auch den Rest von Europa oder zumindest Deutschland mit den Klängen von Jerkstore versorgt. Sympathische Jungs!