Inhalt: In einer geheimen Forschungsstation in Westland werden riesige Spinnen für den militärischen Einsatz gezüchtet. Ein letztes Experiment soll ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Da gibt es einen Unfall, und die Spinnen geraten außer Kontrolle. Die Militärs sind hilflos, eine Katastrophe droht. Werden Professor Futura und Jan Tenner noch helfen können?
Kritik: Jan Tenner muss sicherlich auch als festes Mitglied des 80er Hörspielensembles genannt werden. Der blonde Physikstudent, nicht nur schön, sondern auch noch mit Grips, die deutsche Antwort auf Flash Gordon, mit dem er nicht nur die feinen Gesichtszüge, sondern auch seinen Schlag bei Frauen gemein hat. Während sich in der ersten Folge noch Tanja in Sorge um die Konstitution des Beau die Stimmbänder heiser schreit, erfährt die Serie ab der vierten Episode Emanzipation durch die Figur der Laura. Dazu aber später mehr.
In der ersten Folge versucht man es erst einmal sanft mit Arachnophobie, frühen Zügen der Gentechnik und natürlich dem Missbrauch der heiligen Wissenschaft für unheilige militärische Zwecke. Die Motive der Serie zeigen dabei deutlich, dass Jan Tenner ein Kind der 80er ist, als in Deutschland die Lust am Demonstrieren noch groß und der Parka der Mantel des Protests war: Es gibt einen Clash der wissenschaftlichen Ethik mit der machthungrigen Kriegsmaschinerie. Das alles natürlich augenzwinkernd für ein junges Publikum verpackt, aber in späteren Folgen werden sich weitere Motive zeigen, die immer noch eine Brise der damaligen Zeit mit sich bringen. Man denke nur an die Gefahr von Außen, welche die innere Sicherheit gefährdet. Und auch wenn Jan Tenner in einem fiktiven Land spielt, so meint man immer wieder Amerika um die Ecke blinzeln zu sehen, die vor den Fremden aus dem kalten Osten warnen.
Ein Kind - und ein solches war ich sicherlich, als ich zusammen mit den grünen Spinnen das erste Mal auf Jan Tenner, Professor Futura und General Forbett traf - wird hiervon selbstverständlich nicht viel mitbekommen. Es darf sich vielmehr an gefährlichen Riesenspinnen erfreuen, die beinahe unzerstörbar aber dafür nicht zu sättigen sind und auf ihrem Vernichtungszug alles fressen, was ihnen vor die Kiefer kommt. Lutz Riedel mutiert schließlich in der Rolle des Titelhelden selbst in eine Spinne, prügelt sich mit dem Muttertier und gibt dabei eine der komischsten Interpretationen der Spinnengedankenwelt und Artikulationsmuster von sich. Es scheint beinahe, als hätte er Spinne und Schlange verwechselt. Macht aber nichts. Laune macht es dennoch. Auch wenn die Folge bei Die Hard – Tenner Fans nicht so gut wegkommt.
Ja, und Maritim veröffentlicht den kompletten Epos nun auf CD. Leider bisher ohne großen Bonus, so dass sich Besitzer der MCs sicherlich 2x überlegen, ob sie sich die Geschichten ein zweites Mal ins Haus holen. Wer die brüchigen Bänder des Originals allerdings schonen will, kommt hier auf seine Kosten. Für alle anderen sei gesagt: Irgendwie ist dieser 80er SciFi-Trash ja auch Kult. Meine tiefe Verbundenheit besonders mit dieser Folge verhindert allerdings eine Punktwertung.