Jason Kay dürfte bekannt sein wie der sprichwörtlich bunte Hund. Wem der Name jetzt nicht direkt präsent ist, der kann vielleicht mit Jamiroquai etwas mehr anfangen. Zu Karrierebeginn wurde die ganze Geschichte noch unter einem Bandkonzept vermarktet, jedoch richtete sich schnell der Fokus der Öffentlichkeit weniger auf die Mitstreiter Stuart Zender, Toby Smith und Derrik McKenzie, als auf Jason selber. Seine, nennen wir es mal, etwas gewöhnungsbedürftigen Kopfbedeckungen trugen schnell zum Mythos rund um den Mann bei. Das Thema Umweltschutz und eine etwas größere Vorliebe für schnelle Autos waren dann auch zum Teil interessanter als die Musik selber. Auch heute noch findet sich Jason Kay gerne mal in der Klatschpresse wieder und sei es auch nur, wenn er nach Clubbesuchen handgreiflich wird. Schade eigentlich! Schade deshalb, weil die Musik einfach für sich spricht, was man noch mal eindrucksvoll auf der hier vorliegenden Singles Collection nachhören kann.
Zu Anfang der 90er war die Musik von Jamiroquai sicher ein Novum. Wo gab es diese Mischung aus Funk, Soul und Disco sonst noch? Auch wenn sich die Konzentration immer auf den Sänger gerichtet hat, die Instrumentalisten machten die Band erst zu dem , was sie ist. Man höre sich nur die Gitarrenarbeit bei „Canned Heat“ an, die Keyboardflächen von „Alright“ oder die Drums bei „Deeper Underground“. Häufige Akkordwechsel und hier und da dezent eingesetzte Streicherklänge ergaben seinerzeit eine völlig neue Mischung. Wer kennt sie nicht, Songs wie „Too Young To Die“, „Space Cowboy“ oder „Cosmic Girl“? Da werden wieder Erinnerungen wach, es gab keine Uni Party, wo nicht mindestens ein Song von Jamiroquai gespielt wurde. Auf dieser Zusammenstellung kann man dies alles erneut nachhören und erleben und wird so ganz nebenbei den Beatleseffekt verspüren. Jeder Song ein Hit! Und man kennt sie alle. Ausgenommen natürlich die neuen Stücke, die aber nicht weiter auffallen und keine große Stiländerung erkennen lassen. Das wird vielleicht das zukünftige Dilemma sein, denn eigentlich ist alles gesagt.
Fazit: Weihnachten steht vor der Tür und das merkt man deutlich an den Alben, die sich auf dem Tisch zur Besprechung stapeln. Nein, eigentlich bin ich kein Freund von diesen ganzen Zusammenstellung, die immer etwas einen üblen Beigeschmack verursachen. „High Times Singles 1992 – 2006“ kann man aber uneingeschränkt denjenigen empfehlen, die von Jamiroquai noch nichts im Plattenregal stehen haben, die Musik aber durchaus mögen. Hier findet man alles in geballter Form vor, so wie es sich für eine Singles Collection eigentlich gehört, aber nicht immer der Fall ist. Hier folgt Hit auf Hit, was kann man noch mehr erwarten? Eben! Also los grooven und gute Laune kriegen.