Eine Solo-Veröffentlichung des Dream Theater Fronters James LaBrie ist nicht unbedingt etwas, das bei mir wahre Vorfreude auslöst. Zu sehr haben sich mir seine lauen Side – Projects der Vergangenheit ins Hirn eingebrannt, als dass ich hier wirklich großartiges erwarten würde. Lediglich als Gastsänger auf Ayreon’s „The Human Equation“ fand ich den Herrn abseits seiner Hauptband mal wirklich großartig.
Aber auch ein Herr LaBrie ist mal für Überraschungen gut, wie ich mir nach dem Genuss (und dieses Wort wähle ich an dieser Stelle sehr bewusst) von „Elements of Persuasion“ eingestehen muss. Denn auf seinem Soloalbum geht der Meister stellenweise schon sehr gewagte Wege fernab irgendwelchen seichten Tralalas, ja man kann sogar sagen, dass er über weite Strecken mal wirklich tough daherkommt. Zwar hört man über weite Strecken des Songwriting die prägenden Einflüsse seiner Hauptband über die letzten Jahre hinaus, aber hier hat er sich fast ausschließlich die besten Komponenten herausgepickt und experimentiert sogar stellenweise mit modernen, teilweise technisierten Sounds. Wer jetzt Angst hat, dass er gar so hart und aggressiv daherkommt, dass man ihn gar nicht wieder erkennt, den kann ich beruhigen. Natürlich klingt LaBrie immer noch LaBrie und auch seine Gesangslinien haben das für ihn übliche Potential, sich in den Gehörgängen fest zu fressen.
Fazit: Den Albumnamen „Elements of Persuasion” kann man durchaus unterschreiben, denn James LaBrie ist in der Tat mit ihr ein über weite Strecken sehr überzeugendes Album gelungen. Wer den gebbürtigen Kanadier und seine Hauptband mag, der hört auch hier mal rein. 9 Punkte!