Rezensionen

Ivanhoe: Walk In Mindfields TIPP

(Massacre / Soulfood)

Autor: Katze / Wertung: 11.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Ivanhoe - Walk In MindfieldsNatürlich gibt es Prog-Rock und Metal auch in der deutschen Szene, aber gemessen an internationalen Maßstäben fristet diese in meinen Augen leider all zu oft ein Schattendasein. Und das auch in den meisten Fällen zu Recht, denn viel zu oft wird versucht, den Vorbildern ähnlich zu klingen anstatt die durchaus legitimen Einflüsse eben dieser Vorbilder in einen eigenen Stil umzuwandeln. Klangliche Ähnlichkeiten zu den Vorreitern sind sicherlich okay und auch nie ganz zu vermeiden, aber 1:1 kopiert darf es trotzdem nicht klingen.

Aber auch wenn ich an der deutschen Prog-Szene viel zu meckern habe, gab es über die letzten Jahre immer mal wieder die ein oder andere Formation, die sich wohltuend von der Masse abgehoben hat. Ivanhoe zählte für mich zu diesen Formationen, denn was die Herren auf ihren Alben (vor allem auf „Polarized“, dem dritten und für lange Zeit letzten Album) boten, brauchte internationale Vergleiche nicht zu scheuen. Eigentlich hätten Ivanhoe nach „Polarized“ voll durchstarten können, aber stattdessen kam es durch die Trennung von Sängers Andy B. Franck zur Stagnation, die musikalischen Wege trennten sich und andere Projekte rückten in den Vordergrund. Erst als dem Gitarristen Achim Welsh eines Tages der Musicalsänger Mischa Mang über den Weg lief, begann das Feuer Ivanhoe wieder vorsichtig zu glimmen.

Inzwischen ist aus dem zaghaften Glimmen ein loderndes Feuer geworden, das im Moment unter dem Titel „Walk in Mindfields“ in meiner Stereoanlage prasselt. Die lange Wartezeit auf das vierte Album der Combo hat sich definitiv gelohnt, denn in sattem Soundgewand knallt hier Prog Metal vom Feinsten aus den Boxen. Sänger Mischa Mang stellt sich definitiv als Glücksgriff heraus, meines Erachtens passt er von Klangfarbe und stimmlichen Fähigkeiten her wesentlich besser zu dieser Band als sein Vorgänger, dem man doch irgendwie immer anhört, dass er sich eher im Power Metal Bereich wohlfühlt. Mang erinnert mich in vielen Passagen auf extremst angenehme Art an Charlie Dominici auf der ersten Dream Theater Scheibe „When Dream And Day Unite“, genau wie überhaupt das gesamte Songwriting der insgesamt 10 Tracks auf „Walk in Mindfields“ oftmals an frühe Dream Theater Alben erinnert, ohne nach Kopie zu klingen. Vielmehr haben sich Ivanhoe zwar sicherlich dem ein oder anderen bekannten stilistischen Element oder bestimmter Klänge bedient, diesen aber den eigenen Stempel aufgedrückt und zu spannenden Songs verknüpft.

Fazit: Mit „Walk in Mindfields“ beweisen Ivanhoe mehr als eindrucksvoll die alt bekannte These von den Todgesagten, die bekanntlich länger leben. Für Freunde der gepflegten progmetallischen Musik im Allgemeinen wie für Fans früher Dream Theater Werke im Speziellen dürfte es sich bei diesem Album um einen Pflichtkauf handeln. Einen schönen Gruß an die Jungs von Ivanhoe - Schön, dass ihr wieder da seid… 11 Welcome Back Punkte!

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