Ich bin echt froh, dass ich in letzter Zeit viel unterwegs sein muss, und so gezwungen bin, mir viele neue Alben über einen Diskman direkt in die Gehörgänge blasen zu lassen. Gerade beim jüngsten Release aus dem Hause Impellitteri war das ein enormer Vorteil, wie mir just gerade bei der Besprechung von „Pedal to the Metal“ auffällt.
Über eine auf Zimmerlautstärke gedrosselte Anlage entwickelt dieses Album nämlich aus den Boxen heraus nicht diesen Kick - Arse – Wumms, der mich über Kopfhörer genossen in der letzten Woche auf der Arbeit aus so manchem Motivationstief gerissen hat. Somit eines vorweg: Sollte sich einer von euch entscheiden, diese Platte mal antesten zu wollen, oder sie gar blind zu kaufen, dann gebt dem Lautstärkeregler vor dem ersten Ton erst einmal eine anständige Rotation im Uhrzeigersinn…
Wie dem auch sei… Chris Impellitteri hat seine Fans nach seinem letzten Metalmonster „System X“ ganze 3 Jahre auf dessen Nachfolger warten lassen, wobei hierfür die Schuld wohl nicht unbedingt bei ihm selber zu suchen ist, denn in Japan wurde diese Platte bereits im letzten Jahr in ähnlicher Form (anderes Artwork, andere Trackreihenfolge, einen Song mehr) veröffentlicht. Hätten sich Steamhammer / SPV nicht dieses Releases angenommen, könnten wir hier in Deutschland im Speziellen und in Europa im Allgemeinen noch ein paar Jährchen warten, denn obwohl Herr Impellitteri in Japan absoluten Kultstatus besitzt, ist er hier doch noch eher eine Art Geheimtipp und den Gitarrenbesessenen. Eben jene kommen nämlich bei Impellitteri immer wieder auf ihre Kosten, und da bildet „Pedal to the Metal“ keine Ausnahme. In insgesamt 10 Tracks beweist uns der Meister mal wieder eindrucksvoll, wie verdammt hoch die metallische Axt so hängen kann. Was an Impellitteri so überaus angenehm daherkommt, ist die Tatsache, dass Chris zwar ein absoluter Flitzefinger ist, was sein Instrument betrifft, er es aber immer schafft, einen amtlichen Rocksong zu bauen, ohne sich in Solofrickeleien komplett zu verlieren. Der gute Gesamteindruck ist natürlich dabei nicht sein alleiniger Verdienst, sondern gründet sich auch vor allem auf seine exzellenten Mitstreiter in der Band, bei denen man an dieser Stelle vor allem den neuen Sänger Curtis Skelton erwähnen sollte, der es versteht, die Lücke, die Graham Bonnet hinterlassen hat, durch überzeugenden Gesang zu schließen.
Fazit: Wer bisher etwas mit Impellitteri speziell oder mit einer Mischung aus 80er und modernem Metal allgemein etwas anfangen konnte, der wird auch „Pedal to the Metal“ sehr gut klarkommen, auch wenn man diesem Werk vielleicht anlasten muss, mit deutlich unter 40 Minuten Spielzeit etwas arg kurz ausgefallen zu sein. 9 Punkte!