Wer bei dem Begriff Hush Puppies an eine Schuhmarke denkt, die ihre Treter mit einem dumm-dreinblickenden Hund bewirbt, liegt nicht falsch. In diesem Fall jedoch handelt es sich um einen Namensvetter aus Frankreich, und somit aus einem Land, das im Bereich des Indierock bisher doch eher unterrepräsentiert erschien. Diesen Status quo gedenken nun die französischen HushPuppies samt Erstlingswerk zu ändern. Und ihre Chancen stehen nicht schlecht, können sie mit den bisherigen europäischen Vertretern, vorzugsweise aus den Königreichen Großbritannien und Schweden kommend, doch ganz gut mithalten.
Die Jungs verleihen The Trap einen besonderen Schwerpunkt. So kreisen viele der Stücke um das offensichtliche Lieblingsthema der Band, die 60er Jahre samt Modszene und psychodelischen Soundspielereien. Im Klartext heißt das, treibender Gitarrensound trifft auf ausgedehnte Orgelspielereien, allerdings klugerweise in einem Gewand des 21. Jahrhunderts verpackt. Paradebeispiele hierfür sind vor allem das extaktische ‚Marthelot ‚N’ Clavencine’ sowie ‚Alice In Wonderland’. Ebenso weiß das Quintett auch Gegensätze wie laut und leise, vorpreschend und zurückgenommen auf ausgefeilte Weise zu kombinieren (z.B. ‚Sorry So’). Wähnt man sich gerade in ruhigeren Gefilden, wird man durch überraschende Breaks doch des öfteren eines besseren belehrt.
Insgesamt betrachtet erweist sich The Trap als solides, aber durchaus gelungenes Debüt, das sicherlich mehr als einmal im Player rotiert. Ob es allerdings einen Frenchrockhype auslösen wird, bleibt abzuwarten.