Das Cover erinnert an Grope, die Musik an Truck Stop. Das Hamburger Quartett Helldriver spielt Rock’n’Roll, der gute Laune macht, aber so dreckig klingt wie ein abgeduschter Pudel. Der Einsatz von deutschen Texten sucht zudem gefährlich die Nähe an den Oldieverkehr auf WDR4, was überrascht, wenn man weiß, dass hinter den Jungs das Label Wolverine Records steht. Helldrivers größtes Problem dürfte ihre Musikalität und Kompetenz sein, die aus Krach doch Gitarrenmusik für Feingeister macht. Und Sänger Swingo singt viel zu gut, so dass man ihn eher als Musical-Buddy Holly denn als Rampensau sieht. Wo man mit dem Opener Lisa Maria noch textliche Finessen antäuscht, verblassen die restlichen Geschichten im Verlauf dann doch etwas. Identifikationsmomente bleiben aus. Wirklich merkwürdig! Denn die Jungs bringen alles mit, was eine gute Rock’n’Roll Band braucht: Drive, Swing, Groove, Jeanshosen, nordisches Quartier, großes Auto und Coolness. Aber neben dem Spass an Helldriver fällt vor allem auf, dass die Platte ziemlich schmeichelhaft produziert wurde. Dass hilft den Jungs aber sicherlich, eine Brücke zwischen den Generationen zu bauen: Helldriver ist eine Band, bei der Mann mit der kompletten Familie zum Konzert gehen kann. Und bei der auch Menschen den Rock und den Roll für sich entdecken, die vorher ein Kreuzzeichen bei Gitarrenverstärkern gemacht haben. Komische Platte!
Rezensionen
Helldriver: Helldriver
(Wolverine Records)
Autor: DJ / Wertung: 8.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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