Ursprünglich von Anders Johansson als Solo-Projekt gegründet, um sich etwas Abwechslung zu seinen damaligen Hauptbands zu verschaffen, firmiert Heartcry seit Anfang der 90er als ‘richtige’ Band, weil es Johansson dann doch zu stressig war, sich ständig nach Tourmusikern umzusehen. An mir sind Heartcry zwar irgendwie komplett vorbeigegangen, aber mit „Lightmaker“ legen die Schweden immerhin schon ihr viertes Album vor.
‚Hard Rock’ lautet die labelseitig gewählte stilistische Kategorie, in die sich Heartcry wohl einordnen sollen, und im Großen und Ganzen kann man das wohl als allgemeine Überschrift durchaus stehen lassen, auch wenn in den einzelnen Kapiteln (sprich: Songs) durchaus auch andere stilistische Einflüsse wahrnehmbar sind. So treten Johansson und seine Leute das ein oder andere Mal z.B. das Gaspedal so richtig durch und kommen damit schon gelegentlich in Power Metal Gefilde und auch der NWOBHM scheint nicht ganz spurlos an den Mannen vorbeigegangen zu sein, denn ab und an kommt man vom Songwriting her recht nah an Heroen der Zeit wie beispielsweise Judas Priest und Co heran. Klingt ja erst mal alles in allem nicht schlecht, ist es auch nicht, aber das war es auch schon, denn von größerem ist „Lightmaker“ noch meilenweit entfernt.
Mal abgesehen davon, dass der Sound kaum überzeugen kann und dass Andersson meiner Meinung nach wahrlich nicht für eine Position am Mikrofon geboren wurde, fehlt dem Album einfach der zündende Funke im Songwriting. Die 10 Nummern vom Opener „Battleground“ bis zum Rauswerfer „Child“ laufen einfach völlig unaufgeregt an einem vorbei, zwar ohne einem auf den Zeiger zu gehen, aber halt auch zu keinem Zeitpunkt irgendein Interesse erweckend. Ein gutes Album also, um es nebenher plätschern zu lassen, allerdings fraglich, ob man hierfür sein Erspartes opfern sollte.
Fazit: Man kann Heartcry und ihrem „Lightmaker“ Album sicherlich nichts schlechtes nachsagen, aber ich persönlich würde es mir nicht kaufen. Wer dennoch einen Kauf in Erwägung zieht, sollte vor dem Kauf erst einmal gründlich in das Album reinhören. 6,5 Punkte!