Rezensionen

Hatesphere: The Sickness Within TIPP

(Steamhammer/SPV)

Autor: DJ / Wertung: 10.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Hatesphere - The Sickness WithinDie Dänen Hatesphere bieten mit The Sickness Within dem Musikrezensenten Raum für beliebte Phrasen: da begeistern die Songs „…durch Abwechslung und Frische, die ihresgleichen sucht…“, macht der Sound „…keine Gefangenen…“, wird „… sowohl durchgeprügelt, aber auch zur Abwechslung das Tempo gedrosselt…“ und nebenbei überrascht Sänger Jacob Bredahl damit, dass er „…nicht nur kotzt, sondern stellenweise sogar zu singen versteht.“ Das hätte man von einem Sänger sicherlich nicht erwartet!
Auch wenn dies beliebte Sequenzen sind, die man immer zur Beschreibung des Phänomens Thrash Metal heranzieht, so sind sie auch bezogen auf Hatesphere nicht falsch. Allerdings belegen sie auch ein Dilemma der Gruppe: sie heben sich nicht durch wirkliche Individualität aus der Masse hervor. Einzig die Qualität des Songmaterials trennt sie wie die gern zitierte Spreu vom Weizen. Dies zwar auch nicht über die gesamte Distanz, aber doch bei zahlreichen Liedern. Und diese Trennung findet meistens dann statt, wenn die Band einen Gang herunterschaltet und ein wenig Lässigkeit in ihrer Lieder bringt. Der Ausdruck Lässigkeit darf hier aber nicht falsch verstanden werden. Die Band lässt die Zügel nicht schleifen, bringt aber ähnlich wie einst Exodus bei ihrem Fabulous Disaster Kracher Cajun Hell ein wenig relaxtes Flair in die Lieder ein, während man vordergründig immer noch die Kuh fliegen lässt. Ein gutes Beispiel für diese Qualität befindet sich direkt zu Beginn der Platte: The White Fever prescht nicht ungestüm vor, sondern baut sich erst behäbig auf. Ziel ist hier nicht Geschwindigkeit, sondern vor allem Groove. Und das hat gute Thrash Metal Bands bisher immer ausgezeichnet: das Spiel mit Groove und Geschwindigkeit. Als alternder Rockstar erinnert mich die Gruppe dabei sogar an die von mir immer noch verehrten Protector, wobei Hatesphere natürlich auch nicht umhin kommen, sich von zeitgemäßen Thrash Metal ausgezeichnet mit dem Skandinavien-Elch beeinflusst zu zeigen. Allerdings ein Prädikat, welches man im Moment auch jeder zweiten Thrash Metal Band zuspricht. Daher schließe ich mit den Worten: starke Platte, aber ohne Sensationen.

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