Der musikalische Output von Schweden ist schon mehr als erstaunlich und beachtlich. An jeder Ecke gibt es eine kreative Keimzelle. Die Fachwelt dürfte auch das ein oder andere Mal von der hohen Qualität verblüfft sein. Natürlich ist nicht immer alles Gold was glänzt, aber doch sehr vieles ist von internationalem Format. Nun steht mit Harms Way die nächste viel versprechende Band in den Startlöchern.
Das Debüt-Album der Band liegt mit „Oxytocin“ nun vor. Knapp zwei Jahre sind von den ersten Demoaufnahmen bis zum Erstlingswerk nun vergangen. Im Januar diesen Jahres unterzeichneten die vier Jungs ihren Plattenvertrag mit Black Lodge. Im Februar und März wurde die Langrille dann in Stockholm aufgenommen und gemixt. Nun darf die geneigte Hörerschaft Harms Way also bei den ersten musikalischen Schritten auf gesamter Albumlänge verfolgen.
„As Time Goes By“ läutet das Album ein. Langsam und bedrohlich kommt der Song angerollt, knallt danach aber schön rein, mit allem Zipp und Zapp. Fette Gitarren, Sololäufe, Killerrefrain und einer Spiellänge jenseits der 5 Minuten Grenze zeigen sie schon hier, wohin der Weg führen soll. Bei „High Becomes Low“ wird die eingeschlagene Richtung noch weiter verfolgt. Schon jetzt fällt die dicke Produktion auf, braucht sich hinter Genre Größen sicher nicht zu verstecken. Wer sein weises Haupt schütteln möchte, der ist beim Kracher „Million Ways“ genau richtig, Nackenschmerzen dürften hier vorprogrammiert sein. „Move Your Face“ überzeugt durch seine epische Breite. Das anschließende Instrumentalstück „Tsunami“ dürfte wieder die Herzen der Mosher erobern. Allerdings fängt die ganze Geschichte hier an etwas eintönig zu werden. Jeder der Vier ist ein Meister auf und an seinem Instrument, aber neue Ideen und Nuancen fallen ihnen wohl nicht mehr ein. Ein bisschen mehr Variation wäre hier sicher nicht die schlechteste Idee gewesen. Das ändert sich auch bei „9 Out Of 10“ nicht. „Prime Time“ kommt da wenigstens schneller auf den Punkt und rockt wie Hölle. “Hocus Pocus“ vereinigt dann zum Abschluss noch mal alle Stärken, aber auch alle Schwächen von Harms Ways.
Fazit: Wer viel Wert auf handwerkliche Fähigkeiten legt, der ist mit „Oxytocin“ sicher gut bedient. Musikalisch bewegt sich die ganze Geschichte hier irgendwo zwischen Metallica, Kyuss, Deftones und den Gitarrensoli von Iron Maiden. Jeder Song ist für sich genommen ein Brett und kann durchaus überzeugen. Als gesamtes Album fehlen etwas die Variationen und spätestens nach dem vierten Song hat man alles gehört, was die Band zu sagen hat. Nichtsdestotrotz kann die Scheibe in seiner Gesamtheit überzeugen und wenn die Band vielleicht noch etwas mehr Einfallsreichtum an den Tag legt wird man auch in Zukunft von ihr hören.