Sogenannter „Emocore" ist ja nicht gerade my favourite cup of tea. Wenn HAND TO HAND allerdings Label-seitig Parallelen zu Thrice und Grade nachgesagt werden, werde ich hellhörig. Und in der Tat soll sich eine Erwartung zunächst mal erfüllen: Das Quintett aus Amiland ist zwischen hardcoreigen Boller-und-Brüll-Parts, ruhigeren Passagen, gefühlvoll-melodischem Rock und Metal-Einflüssen mit recht traditioneller Schlagseite (Maiden und co.) unterwegs. Sowohl das aggressive Gebrüll als auch die melodischen Vocals kommen recht gut und gekonnt, was man in der Ecke so auch nicht unbedingt alle Tage hat.
Soweit so gut. Eines vermisse ich allerdings auf „a perfect way to say goodbye". Gerade die absolut göttlichen Thrice haben die Messlatte sehr hoch gelegt, was unter die Haut gehende Gesangslinien mit Seele, Eiern und hymnischen Ohrwurmmelodien angeht. Außerdem geht es besagter Truppe offensichtlich einfach von der Hand, in spontan aber dennoch clever wirkenden Arrangements die verschiedensten Elemente von Maiden-Liedgitarren, SOIA-HC-Ausbrüchen oder Punkrock-Gangarten schlüssig unter einen Hut zu bringen.
HAND TO HAND sind bei Songs wie „The Arson" auch schon ganz gut dabei, meinen Faves etwas Konkurrenz zu machen, aber doch wirkt hier alles ein wenig kontrollierter, gewollter, weniger spektakulär und im Direktvergleich fast schon bieder.
Unterm Strich bleibt ein dennoch sehr gutes „Querbeet-core-Rock"-Album, dem Fans von Thrice, späten Grade, Days In Grief, Atreyu, Waterdown, Silverstein und so weiter auf jeden Fall mal eine Chance geben sollten! Und beim leicht benageltem Hidden-Song zeigen HTH dann sogar noch Humor.