Jetzt durfte das inzwischen dritte Album von Hammers of Misfortune beeits unzählige Male in meinem Player rotieren, aber immer noch hinterlässt „The Locust Years“ reichlich gemischte Gefühle bei mir, was eine eindeutige Tendenz in der Bewertung relativ schwierig gestaltet.
Einerseits finde ich an diversen auf diesem Album vertretenen Kompositionen durchaus gefallen, was an dem ausgefallenen Stilmix zwischen 80er US-Metal und ziemlich progressiven Elementen, die sich aber zu keinem Zeitpunkt bei der Musikpolizei anzubiedern versuchen, liegt. Andererseits sind mir manche Songs der Truppe um Mike Scalzi (Slough Feg) und John Cobbett (GWAR) in der Melodieführung zu seicht und lullig geraten und der Sound der Produktion schafft es auch nicht wirklich, mich zu überzeugen, weil er mir insgesamt einfach zu schlapp ausgefallen ist. Wäre der Sound etwas saftiger ausgefallen und hätte man auf den ein oder anderen Kinderlied mäßigen Chorus verzichtet, so hätte die Nummer ein echtes Topalbum werden können, denn rein vom instrumentalen Standpunkt her gestaltet sich diese Platte zu einem echten Hörgenuss, der einiges an Spannung und Abwechslung zu bieten hat. Selbst nach mehreren Durchläufen findet man immer wieder die ein oder andere Raffinesse, die man vorher noch nicht entdeckt zu haben glaubt, insbesondere bezogen auf die Gitarrenarbeit.
Hätte, wäre, wenn! Interessiert alles nicht, denn nur was hinten rauskommt zählt. In diesem Falle kommt ein musikalisch überwiegend gelungenes Album heraus, das Fans der oben genannten Stilrichtungen durchaus ansprechen dürfte und auch 10-11 Punkte wert sein könnte. Aber da mich persönlich der Sound und so manche Melodieführung mächtig runterzieht, gibt es Punktabzug und Hammer of Misfortune kommen mit „The Locust Years“ bei mir insgesamt auf wohlwollende 8½ Punkte.