Kann mir mal bitte irgendwer erklären, was in Sachen Musik eigentlich mit den Finnen los ist? Entweder kommen die mit komplett abgedrehter Mucke um die Ecke, die so dermaßen bescheuert ist, dass sie zwangsläufig schon wieder gut ist, oder es werden von dieser Nation mal wieder Musiker ins Rennen geschickt, die grade mal 3 Haare am Sack haben aber ihre Instrumente beherrschen als wären die ihnen angewachsen.
Halo of Shadow ist wieder einmal so ein finnischer Spezialfall, der von den oben genannten Kategorien in die letztere fällt. „Manifesto“ stellt gerade mal das Debütalbum des Quartetts dar, klingt aber schon so dermaßen ausgereift, wie es manch anderer etablierter Act nach 10 Jahren Bandisolationshaft im Probebunker nicht hinbekommen könnten.
Und was macht der gemeine Finnen-Vierer, wenn er nicht in irgendeine Schublade mit seiner Musik gesteckt werden will? Richtig, er macht einfach eine ganze Kommode auf und mixt sich seinen Stil einfach aus allen erreichbaren Fächern zusammen. Halo of Shadows haben sich nach diesem Prinzip eine kräftige Portion Death Metal gegrabscht, konnten außerdem das ein oder andere Black Metal Element erhaschen und haben noch einen guten Haufen Metal (As Metal Can Be) drauf gekippt. Herausgekommen ist eine Mixtur, die sich definitiv sehen oder besser gesagt hören lassen kann und zu intensivem Training der Nackenmuskulatur einlädt.
Fazit: Für mich steht fest, dass die Finnen irgendwo in Lappland ein geheimes Gen-Labor betreiben, in dem die Metal-Exporte des Landes geklont werden. Und dabei haben die finnischen Dr. Steins definitiv den Bogen raus, denn Bands wie die vorliegende wissen durchaus zu gefallen. „Manifesto“ ist jetzt sicherlich nicht gleich ein metallischer Meilenstein, aber ein ziemlich gutes Debüt. Wem oben genannte Genres ansprechen, der sollte Halo of Shadows ruhig einmal antesten. 9 volle Sterne!