Rezensionen

Guano Apes: Lost (T)apes

(Gun Records)

Autor: JK / Wertung: 7.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Guano Apes - Lost (T)apes„Lost (T)apes“? Guano Apes? Manch ein Zyniker wird denken “Warum machen die das nicht wie Tupac Shakur”? Der – na ja, oder sein Plattenfirmenboss - hat seine „verlorenen Kassetten“ schließlich auch erst nach seinem Tod versilbert. Das gibt noch mal ein paar Groschen obendrauf. Naja, irgendwie sind die Pinguine ja auch nicht mehr am Leben – jedenfalls musikalisch.

Apropos musikalisch, kommen wir zu den "Lost (T)apes": Manch ein Song der Guanos hat nun auch schon mehr als zehn Jahren auf dem Buckel und ist einst auf einem 4-Spur-Rekorder im Jugendclub „Nest“ entstanden. Man hört das. Ist der Sound also der letzte Dreck? Natürlich nicht. Klar, dass die Produzenten noch mal extrem rumgeschraubt haben. Nach Kassette klingt hier nix mehr. Dafür aber nach den Anfängen einer Band.

Aufgenommen haben die Guanos auch Songs, die nachher noch zu Berühmtheit gelangten. Der Hit „Open your eyes“ etwa kommt in einer echt proberaumigen Version daher. "Rain" ist recht nah am Original. Roh und ungeschliffen sind Songs wie „Wasserfliege“ (klingt ein wenig nach Chili-Peppers), "Your Song" oder "Hanoi". Schön gelungen auch das Primus-artige „Ignaz“, bei dem allerdings die Stimme von Sängerin Sandra Nasic etwas nervt.

Insgesamt gehen die „Lost (T)apes“ in Ordnung, sie geben einen guten Überblick über das frühe Schaffen der Band. Wer gerade knapp bei Kasse ist, dem sei allerdings geraten, lieber auf die neue Die-Happy-Platte „No Nuts no Glory“ zurückzugreifen.

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