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Grusel Kabinett: Frankenstein (12 & 13) TIPP

(Titania Medien)

Autor: DJ / Wertung: 10.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Grusel Kabinett - Frankenstein (12 & 13)Inhalt: Ingolstadt 1811 - Dem jungen Studenten Victor Frankenstein genügen die Erkenntnisse der herkömmlichen Wissenschaft nicht mehr. Er wagt sich an vermessene Forschungen über das Geheimnis der Schöpfung. Aus Leichenteilen flickt er in seinem Laboratorium ein Geschöpf von beträchtlicher Größe und abstoßender Hässlichkeit zusammen. In einer düsteren Novembernacht gelingt es Frankenstein schließlich, dem Wesen Leben einzuhauchen …

Nachdem man sich teils zwar klassischen, aber manchmal auch weitläufig eher unbekannten Gruselgeschichten gewidmet hat, versucht man sich nun mit der gewonnenen Routine an den wirklichen Genreklassikern. Bevor wir im nächsten Jahr in den Genuss von Bram Stokers Dracula kommen, darf man sich erst einmal über einen anderen Meilenstein der Horrorliteratur freuen: Mary Shelleys Frankenstein.

Interessant ist an Frankenstein neben der tatsächlichen Erzählung auch die Entstehungsgeschichte des Romans. Im Sommer 1816 verbrachte Mary Shelley zusammen mitt Lord Byron und dessen Arzt John Polidori, sowie ihrer Stiefschwester Clare Clairmont und ihrem zukünftigen Ehemann Percy Bysshe Shelley eine gewisse Zeit in der Villa Diodati am Genfer See. Aufgrund schlechten Wetters als Folge eines Vulkanausbruchs vertrieb man sich die Zeit damit, dass jeder der Anwesenden eine Gruselgeschichte niederzuschreiben und den anderen vorzutragen hatte. Mary Shelley schrieb ihren Frankenstein.

Und mit dieser Episode beginnt auch die Vertonung Titania Mediens, die auch ansonsten eng an der literarischen Vorlage festhalten. Dadurch verkommt die Geschichte nicht zur schlichten Schauermär, sondern behält ihren philosophischen Hintergrund. Und dass dieser nicht zur langweiligen Ontologievorlesung verkommt, verdankt das Hörspiel vor Allem Klaus-Dieter Klebsch in der Rolle des Monsters.

Klaus-Dieter Klebsch. Ja, ich muss zugeben, auch ich habe schon GZSZ gesehen. Und neben Wolfgang Bahro, der ja auch als Hörspielsprecher fungiert, würde ich einzig noch Klaus-Dieter Klebsch als Schauspieler in dieser Serie bezeichnen. Und als Person, bei der ich mir immer gewünscht habe, sie möge einmal eine tragende Rolle in einem Hörspiel erhalten. Seine markante, rauchige Stimme passt wunderbar zum Frankenstein Monster: Zorn, Schwermut, Agonie, Hass und Sehnsucht vermittelt er mühelos und hebt damit das Monster über die reine Schreckgestalt. Dank ihm ist die spannendste Stelle in der gesamten Erzählung der Dialog des Monsters mit seinem Schöpfer, an dessen Ende das Monster eine gleichartige Frau fordert, ansonsten würde es alle Frankenstein nahe stehenden Personen töten.

Neben Klebsch glänzt aber auch Peter Flechtner in der Rolle des Frankensteins, der sich in seinem Forschungsdrang über die moralischen Grundsätze hinwegsetzt und die Warnungen seiner späteren Frau Elisabeth ignoriert. Ihm zur Seite stehen erneut zahlreiche bekannte Synchronsprecher, u. a. Petra Barthel, Christian Rode, Hartmut Neugebauer und Melanie Pukaß. Und wie gewohnt lässt auch der Rest der Produktion keine Wünsche offen.
Kein Wunder, dass man hier schon von der besten Frankenstein - Vertonung in deutscher Sprache spricht.

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