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Grusel Kabinett: Die Totenbraut (7) TIPP

(Titania Medien)

Autor: DJ / Wertung: 10.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Grusel Kabinett - Die Totenbraut (7)Inhalt: Burg Globoda 1810: Der Duca di Marino wirbt um Libussa, die schöne Tochter der Contessa Globoda. Er behauptet, sich in Paris in sie verliebt zu haben. Überrascht erfährt er, dass Libussa die Burg seit einem Jahr nicht mehr verlassen hat. Die Erwähnung eines Muttermales, das er auf dem Nacken der schönen Fremden in Paris sah, verweist zudem auf die Zwillingsschwester der Braut. Diese ruht jedoch seit sechs Monaten in der Familiengruft …

Kritik: Wohin Untreue einen Mann führen kann, das musste schon Michael Douglas in Eine verhängnisvolle Affäre erfahren. Sein ‚Rachegeist’ war allerdings aus Fleisch und Blut und nicht wie bei Friedrich Laun nur aus Angst und Schrecken. Die Verführung der Totenbraut ist allerdings ebenso perfide wie die Verführungsexperimente, die Pro 7 (wahlweise auch Sat 1 oder Kabel 1) gerne bei hormongesteuerten Handwerken macht, während die Kamera der giftenden Freundin die schmutzigen Gedanken des ‚Vertrauten’ beichtet. Was in der Wirklichkeit mit Beschimpfungen durch die Angehängte, Buhrufen des Publikums und Anklage einer zweitklassigen, zumeist durch weitaus schlimmere moralische Eskapaden bekannt gewordenen Moderatorin gipfelt, endet in der Schreckgeschichten von Laun mit der möglichen Höchststrafe. Auch wenn man sich überlegen kann, was nun tatsächlich schlimmer ist: der eisige Kuss der Totenbraut oder die flammende Ansprache vor einem sensationsgeifernden Fernsehpublikum.

Dabei führt einen die klassische Erzählung zuerst auf eine vollkommen falsche Spur. Die angeblich verstorbene Zwillingsschwester, die auch nach sechs Monaten Gruftaufenthalt immer noch unversehrt scheint und außerdem den fiebrigen Frederico die Marino in Paris erschienen sein soll, lässt einen an LeFanus Carmilla denken, die als Vampir dem Tod trotzte. Während man vergeblich auf das erste Blutopfer wartet, entwickelt sich die Geschichte in eine vollständig andere, überraschende Richtung. Es ist nicht die Familie der Contessa Globoda, die ein düsteres Geheimnis birgt, sondern der um die Hand der zweiten Tochter Libussa anhaltende Frederico. Seine fatale Entscheidung legt der ebenfalls zufällig auf der Burg der Contessa Globoda zu Besuch weilende Marchese di Mantua, der hier auch als Erzähler agiert, durch eine fiktionale Binnenerzählung offen. Wie nah die Fiktion der Zukunft des jungen Paares Libussa und Frederico, die kurze Zeit später heiraten, kommt, ahnt zu diesem Zeitpunkt niemand. Aber die Tollheit, mit der Frederico das schreckliche Ende besiegelt, ähnelt dem verliebten Irrsinn Nathanaels in Hoffmanns Sandmann.

Wenn auch nicht unbedingt mit dem gleichen Horror der vorigen Grusel Kabinett Folge gesegnet, so spricht für die nun schon siebte Folge der Serie ihre Wendungen und ihre Schlusspointe. Wer sich die ganze Zeit fragt, welche Rolle die Totenbraut im Gesamtkontext spielt, wird sich bis zum Ende gedulden müssen. Die Aufklärung entschädigt allerdings für die Wartezeit. Zumal Die Totenbraut eine erfreuliche Mogelpackung ist. Statt einer bekommt man durch die Binnenerzählung gleich zwei Geschichten geboten.

Auf Umsetzung und Sprecher an dieser Stelle erneut einzugehen, halte ich für müßig. Der Name Titanie Medien spricht inzwischen für sich. Es ist schön dabei zu sein, wenn ein junges Label einen Klassiker nach dem anderen gebärt. Und ein Ausrutscher scheint dabei ausgeschlossen…

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