Inhalt: In der Umgebung von Baltimore 1845: Philipp Belfield reist, durch einen Brief seines Jugendfreundes Roderick alarmiert, auf den abgelegenen, inmitten von Sumpfland errichteten Stammsitz der Familie Usher. Ein drohendes Unheil scheint über dem alten Gemäuer zu schweben, denn Roderick Usher, der letzte Spross der alten Familie, ist von einer seltsamen Krankheit gezeichnet…
Kritik: Man könnte beinahe sagen: Je „toter“ Edgar Allen Poe ist, umso mehr Leben erfreuen sich seine Werke. Im Jahr 2006 treibt es der Geist des Schriftstellers besonders emsig. Neben zahlreichen Vertonungen seiner Werke gibt es allerlei Biographisches und auch Musikalisches. Man darf gespannt sein, wann sich der Merchandise-Markt auf Poe stürzen wird.
Titania Medien beglücken uns erst einmal mit einer Hörspielfassung der berühmten Geschichte Der Untergang des Hauses Usher, einem unheimlichen Psychogramm der Familie Usher. Beinahe schon etwas zu viel Psycho, denn so ganz kann der Hörer der Stimmung im Hause Usher nicht folgen. Spannung und Grusel öffnen sich erst im letzten Drittel, wenn Philipp Belfield (gesprochen von Oliver Feld) das Geheimnis der Familie und des Hauses Usher entdeckt und ihm der Grund für die Krankheit der beiden Geschwister Roderick Usher (gesprochen von Tobias Kluckert) und Madeline Usher (gesprochen von Claudia Urbschat-Mingues) offenbar wird. Vorher verliert man etwas die Orientierung und rätselt, in welche Richtung der Kahn nun steuert. Das Finale entschädigt gottlob für die anfänglichen Irrungen, aber dennoch hinterlässt die Geschichte bzw. deren Umsetzung einen etwas zwiespältigen Eindruck. Und so ganz weiß ich immer noch nicht, wie groß der Gefallen an der elften Folge ist.