Inhalt: Frankreich 1880
In der Pariser Oper treibt ein Phantom sein Unwesen. Niemand kennt sein Gesicht, das stets hinter einer Maske verborgen bleibt. Die neuen Direktoren erkennen schnell, dass es sehr gefährlich ist, sich den Wünschen des Phantoms zu widersetzen. Als die vom Phantom protegierte Sängerin Christine Daaé ihrer Jugendliebe Raoul de Chagny wiederbegegnet, bahnt sich eine Katastrophe an. In den Katakomben unter der Oper kommt es zur Demaskierung …
Kritik: ‚Das Phantom der Oper’ gehört sicherlich zum klassischen Gruselstoff, der breitflächig bekannt ist und zudem über zahlreiche Adaption in den verschiedenen Medien verfügt. Das von ‚ Gaston Leroux’ 1910 verfasste Stück über den unheimlichen Bewohner der Pariser Oper schaffte es nicht zuletzt dank der Musical Umsetzung von ‚Andrew Lloyd Webber’ zur weltweiten Berühmtheit. Dies lässt sich sicherlich auf die mannigfaltigen Motive des Romans zurückführen, die zum einen das verliebte Monster mit künstlerischer Ader, aber auch die Liebe auf den ersten Blick, welche auch nach Jahren noch lebendig ist, umfassen. Interessant ist dabei in der Biographie Lerouxs, dass er selber eine tragische Figur ist, die durch seinen Hang zum Spiel und Trunk angeblich erst zum Theater gefunden hat. Nachdem Leroux eine beträchtliche Summe geerbt hatte, vertrank und verzockte der gelernte Jurist das Geld nämlich und sah sich danach gezwungen, seine Brötchen u.a. als Theaterkritiker zu verdienen.
Inzwischen richtet man hohe Erwartungen an eine Produktion aus dem Hause Titania Medien. Dort allerdings scheint man mit konzentrierter Gelassenheit an die Produktionen heranzugehen, legt sich den ausgewählten Stoff zurecht und schafft es trotz einer recht nah am Original brütenden Umsetzung dennoch ein modernes Hörspiel zu entwerfen, das den an das Label gestellten Ansprüchen gerecht wird. So ist es beinahe müßig, auch beim ‚Phantom der Oper’ noch große Worte zu verlieren. Die Geschichte wird locker, aber dennoch düster dargeboten. Die Sprecher sind ausnahmslos in Höchstform und beweisen ihre Klasse sowohl in den komischen, als auch in den dramatischen und tragischen Momenten. Dass Thorsten Michaelis für mich zu den erhabenen Hörspielsprechern gehört, habe ich ja schon in anderen Besprechungen dargelegt, aber es ist eine Freude, wie er dem ‚untoten’ Phantom erst Leben einhaucht, um dieses Leben schließlich auf rührende Weise wieder auszuhauchen. In weiteren Rollen finden sich obligatorisch große Namen wie Dagmar von Kurmin, Jürg Löw oder Christian Rode. Die Umsetzung stimmt halt wie immer. Klare Kaufempfehlung!