Gooze Flesh, das meint wohl Gänzehaut. Die Band aus Rheine hat aber sicherlich keine Gans in ihrer Mitte, sondern eher einen Schwan mit der Stimme eines Rotkehlchen. Anette nennt sich der Zauber, der schwer im Klang der Band wiegt und dem Quartett Aufmerksamkeit bringt. Das wird schon nach den ersten Minuten des Debüt-Longplayers der Gruppe klar, die seit sieben Jahren die Bühnen rocken. Und rocken ist sicherlich nicht das falsche Prädikat, denn Gooze Flesh bieten keine Pseudo-Püppi-Poprock der Marke Jeanette Biedermann oder Möchtegern-Revolution im Stil von Silbermond. Hier regiert noch Herz, noch Arsch, noch Bauch, aber auch ein wenig Kalkül. Die Herren um das Goldkehlchen wissen der Dame die Lieder auf die Stimme maßzuschneidern. Möchte man blumig in den Journalistenolymp schmocken, würde man es etwa so formulieren: „Die Lieder legen sich wie ein hauchdünnes Negligee um die sanfte Stimmform der Frontengels.“ Allerdings glaube ich kaum, dass der Dame solch schwülstige Umschreibungen recht wären. Und dabei auch einfach das Feminine zu einseitig betonen. Denn sowohl in deftigen Nummern als auch in weichen Stücken regiert die Dame. Und obwohl ihre Bandkollegen überraschend vielseitig und versiert agieren, hat man das Gefühl, dass sie zum Ende hin nicht mehr mithalten können. Gefallen gerade anfängliche Nummern wie Do it with me, die potentielle Singleauskopplung Extricate, Little Star und Beauty Of A Moment, verliert es zum Ende hin doch etwas an Luft. Unwesentlich, aber doch immer noch spürbar. Von der versteckten Maniac-Version könnte sich DSDS-Alexander allerdings ein Schnittchen abschneiden. So hat man eine solche Nummer auszulegen! Weil die Band ihr Potential deutlich darzulegen weiß, ist Burn Your Boats definitiv 9 Punkte wert!
Rezensionen
Gooze Flesh: Burn Your Boats
(EMG)
Autor: DJ / Wertung: 9.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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