Rezensionen

Good Witch Fo The South: Nuclear

(Sweel Creek/Soulfood)

Autor: SD / Wertung: 8.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Wer die Jungs von GOOD WITCH OF THE SOUTH schon mal live erlebt hat, kam somit in den Genuss eines völlig abgedrehten Rock’n'roll-Infernos. Die fünf Jungs aus Osnabrück lärmen sich durch eine reichlich schräge, rasante, dreckige und heftige Mischung aus Punk, Stoner, Noise und Rotzrock, die wie das fehlende Bindeglied zwischen den MELVINS, JOHN SPENCER BLUES EXPLOSION, ZEKE, etwas RAGING SPEEDHORN und SMOKE BLOW (mit denen man wohl auch schon mal öfter die Bühne teilte) rüberkommt. Jack Letten, hinlänglich bekannte Frontsau letztgenannter, produzierte übrigens einst das Debüt-Werk der Truppe und steuerte dieses mal einen Songtext bei. Trotz allem Geschrei von Sänger Simon alias „Ziggy Rock“ und allem Geprügels sind die Hexen in erster Linie einfach mal ein guter Rock-Act, der soundtechnisch weder zu aufgeblasen noch zu LoFi-mäßig in Szene gesetzt wurde, sondern irgendwo dazwischen mit völlig bekloppten Texten total ausklingt. Hier wird gefickt, nicht gekuschelt. Diese Truppe ist das schlechte Gewissen von weichgespülten Poppunkern wie den Beatsteaks und Hives und wer noch so alles die MTV-Awards dieser Welt abräumt. Auch Good Witch erfinden nix wirklich neu, haben aber eine ureigene und dabei äußerst rabiate, wüste und assig-ungestüme Art an sich, die etwas erfrischendes hat.
„Macht kaputt, was Euch kaputt macht“ zu covern wäre zwar nicht wirklich nötig gewesen, dennoch nimmt man gerade dieser Band solche Phrasen ab. Denn die Jungs treten echt gut Arsch.

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