Bands und Interpreten bewegen sich in der Regel in einem relativ eng gefaßten Spektrum ihres Genres. Bei den Werken von Giant Robots kann man indessen mit Fug und Recht von einem überraschenden musikalischen Crossover sprechen. Vielleicht ist der Grund für die stilistische Vielfalt darin zu sehen, daß einzelne Bandmitglieder bereits in den verschiedensten Ländern rund um den Globus gelebt haben, weswegen ein breites musikalisches Spektrum in das Album einfließt. Vielleicht liegt es aber auch schlichtweg nur daran, daß man die jeweiligen musikalischen Leidenschaften der sieben finnischen Köpfe unter einen Hut bringen möchte. Auf Domesticity jedenfalls sind die unterschiedlichen Genres von Funk, HipHop und Dub sowie elektronische und bisweilen psychedelische Kompositionen zu finden.
Herausragend ist bereits der Opener ‚Get Up’, der alle dem HipHop gegenüber nicht freundlich Gesinnten durchaus vom Gegenteil überzeugen könnte. In einem Mix aus englischer und französischer Sprache kommt der Track rhythmisch so geladen daher, daß er unweigerlich zum Wackeln der Extremitäten einlädt. Freunde des Funk und Souls kommen bei ‚Public = Shopping’ bzw. bei ‚Best Match’ auf ihre Kosten, während der Song ‚Cheap Hotel’ als wunderbar eingängige ruhige, beinahe melancholische Melodie präsentiert wird. Mit einer interessanten Abmischung und dem daraus resultierenden leichten Hintergrundrauschen zeichnet sich das kürzeste Stück des Albums (2:52) ‚Domestic Scene’ aus, sozusagen eine Hommage an die guten alten Tage des Plattenspielers.
Augen- bzw. Hörfällig ist, daß mit ‚Death By Water’ das Album eine musikalische Wendung nimmt: in den kommenden Titeln wird elektronischen Soundtüfteleien gegenüber handgemachter Musik der Vorzug gegebenen. Hier scheinen auch die eingangs erwähnten psychedelischen Momente durch, die bisweilen an die Produktion The Virgin Suicides aus dem Hause Air erinnern.
Insgesamt betrachtet kann man wohl mit gutem Gewissen sagen, daß die Riesenroboter eine große Brandbreite an Virtuosität und Experimentierfreudigkeit zu bieten haben – ein guter Grund also, die Band im Auge zu behalten.