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Gabriel Burns: Was ist das Leben? (17) / Neun Morde (18) TIPP

(Universal)

Autor: DJ / Wertung: 11.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Gabriel Burns - Was ist das Leben? (17) / Neun Morde (18)Klappentext Folge 17: Bleigrauer Dunst hatte dem Tag seine letzte Wärme genommen. Nasses Laub bedeckte Gras und Steine. Ein letztes Mal spiegelte sich der Mahagoni-Sarg in ihrer dunklen Sonnenbrille. „Jemand wird dafür bezahlen. Früher oder später.“ Die Luft roch nach Moos und Trauer. Tief unter Vancouver ist der nackte, ausgemergelte Leib von Schläuchen umspannt. Der Mann stirbt. Die Zeit wird knapp. Es bleibt keine Wahl!

Klappentext Folge 18: Neun Morde. Die Essenz des jungen Lebens sollte fortgeleitet werden… Rings um den zersplitterten Glastank vermischten sich Metalltrümmer mit abgetrennten Gliedmaßen zu einem abscheulichen Mosaik. Zeitgleich brachen die Wände in sich zusammen. Der Boden öffnete sich wie ein gieriger Schlund. Die Welt zerbarst zu Asche. Doch das letzte Kind sehnte sich nach dem Licht.

Kritik: Die Produzenten der Serie scheinen inzwischen wohl Gefallen an Zweiteilern zu finden, denn mit den Folgen Was ist das Leben? und Neun Morde haut man nach den vorhergegangen Folgen Ohne Bewusstsein und Infektiös nahtlos den nächsten Zweiteiler raus. Gottlob bietet man diesmal wenigstens genug Handlung und Spannung, so dass die ca. 110 Minuten Hörspiel flugs vergehen. Wer allerdings mit Antworten auf die wachsende Zahl der Fragen rechnet, wird sich auch diesmal wieder enttäuscht sehen. Zwar greift die Handlung stark auf Geschehnisse der verschiedenen Folgen zurück, allerdings dürften auch aufmerksamste Hörer inzwischen etwas den Überblick verloren haben. Daher erahnt man Zusammenhänge mehr, als dass sie einem wirklich begreiflich erscheinen. Hier werden Bögen von der dritten Folge Experiment Stille hin zu Die Fänge des Windes und Nebelsee geschlagen und irgendwie soll alles auch noch im Zusammenhang stehen mit Am Grenzgebiet, Die Komission und Die Verbündeten. Und natürlich auch mit den anderen Folgen. Klatsch, das hat gesessen! Hier sind ihre Klausurbögen, interpretieren sie die Folgen 1-18 unter Berücksichtigung von inhaltlich-formellen Aspekten, sie haben vier Stunden Zeit… ab jetzt! Am Besten nimmt man eine Woche Urlaub und arbeitet die Serie noch einmal komplett auf – oder hofft, dass irgendjemand in den Weiten des Webs sich der Zusammenhänge annimmt.

Bei allen Denkerfalten, Fragezeichen und schwerer Ratlosigkeit, wenn eins stimmt, ist es die Atmosphäre, die Sprecher, die Kulisse und die Musik. Auf der einen Seite kämpfen Joyce Kramer und Steven Burns um das Leben von Joyce Eltern und ihrer Schwester, auf der anderen Seite flüchten Larry Newman und Bakerman durch dunkle Institutsgänge vor einem Riesenoktopus. Dass dabei Menschen in Lava verglühen oder von Fangarmen auseinander gerissen werden, gehört schon zum guten Ton und stillt die Erwartungen der Hörer. Was dies allerdings mit der Frage nach dem Wesen des Lebens und neun Morden zu tun hat, habe ich nach zweifachem Hören nicht herausbekommen. Aber wie steht es doch im Booklet so schön ‚Es ist der Trip und nicht die Ankunft’. Wir können uns auch nach achtzehn Folgen noch auf eine lange, beschwerliche Reise gefasst machen.

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