Beschreibung: Der Nachthimmel über Chinatown war in ein Kaleidoskop schriller Farben getaucht. Wie Zerrbilder aus Alpträumen tanzten die Drachenfiguren über den Köpfen der Menschen. In den Schatten einer Seitengasse starb das nächste Opfer.
Die Luft war faul und modrig, verbraucht vom Vergehen der Zeit. Er wusste, er hätte fliehen sollen. Stattdessen trat er näher. Seine Handfläche glitt über den makellosen Stein. Etwas kam aus der Finsternis. Klebrige Fäden legten sich um Stevens Hals. Er konnte nicht zurück…
Kritik: In Sachen poetische Folgentitel kann Gabriel Burns sich sicherlich schon mal eine Medaille umhängen. Die welke Saat des Lotus, das klingt schon fein. Besonders wenn das Auge dann auf den aufgedunsenen Körper auf dem Cover fällt. Sollte ich einmal in meinem Leben die Chance bekommen, Sänger einer Grindcore-Band zu werden, ich werde sie Die welke Saat des Lotus nennen. Auch wenn dies nicht wirklich Sinn macht. Aber Bilder, schöne Bilder ergibt dies bei Menschen mit Phantasie.
Wie weit die Phantasie bei den Burns-Machern reicht, sollte auf der einen Seite mit ‚weit’ beantwortet werden, auf der anderen Seite fragt man sich, ob diese Phantasie auch noch einmal ihr Ziel findet. Denn wie die 19 Folge in das Gesamtkonzept passt, dass ist erneut nebulös. Erneut geht es um Experimente an Menschen, denen ein Wirkstoff infiziert wird, um angeblich Wesenheiten aus einer anderen Welt anzulocken. Und als Steven Burns zum Schluss hin in eine Kloake stürzt, trifft er auf eine dieser Wesenheiten. Und erneut auf einen alten Bekannten, der nicht nur Steven, sondern auch den Hörer mit seinen elliptischen Hinweisen verwirrt. Bevor es Antworten gibt, ist auch diese Folge wieder zu ende. Was bleibt, ist die Gewissheit, wieder ein toll produziertes Hörspiel vorgesetzt bekommen zu haben, bei dem man nicht weiß, ob damit eine inhaltslose Handlung verdeckt worden ist oder ob man schlicht zu unaufmerksam ist, um die Geschichte hinter den Geräuschen zu erkennen. Also: Sprecher, Sounds, Atmo, Mucke klasse, Geschichte … Schulterzucken! Aufklärung verspricht der noch nicht geplante und an dieser Stelle noch gesponnene Kinofilm…