Die 1995 gegründeten Funker Vogt gehören seit Jahren zu den etablierten Acts in der deutschen Electro Szene. Anfangs noch als ‚Schaf Dolly’ im Windschatten von anerkannten Größen wie Wumpscut und Front Line Assembly, gelang es der Band in ihrer Entwicklung deutlich einen Schritt aus dem Schatten der Ahnherren herauszutreten. Und dies nicht zuletzt dank zahlreicher Remixe, die die Band über die Jahre hinweg für Bands wie Das Ich, Front 242 oder Velvet Acid Christ abgelegt hat.
Mit Navigator und ansprechender Promotionmaschinerie im Rücken versuchen die Kriegsjournalisten nun auch einen weiteren Sprung. Der tanzbare Electropop mit seinen hämmernden Beats hat dabei sicherlich streckenweise deutlich das Zeug, um auch der breiteren Masse zuzusagen, behält aber andererseits den wichtigen Kontakt zu ursprünglichen Szene, dem schwarzen Dancefloor. So verwundert es nicht, dass einen immer noch der Vergleich zu Front Line Assembly einfällt, dank der Gesangsharmonien aber auch die skandinavischen Tiamat ins Ohr zu flüstern scheinen. Wenn man sich trotz Kriegsthematik in trancigen Bereichen aufhällt und etwas vom weltlichen Boden abzuheben scheint, steht dies den fünf Musikern immer noch am Besten zu Gesicht. Manch süßlicher Ausrutscher (No Tomorro) kann dabei gerne verziehen werden, den Totalausfall in Form der deutschen ‚Ballade’ Für Dich (erinnert mich an Zlatkos Grand Prix Beitrag) bleibt dennoch unerklärlich. Schuster bleib bei deinen Leisten, kann es da nur heißen. Ansonsten bietet man flotten EBM, der auf gehobenem Niveau und ohne weitere dramatische Ausfälle die schwarzen Horden begeistern dürfte.
(Ohne Wertung, da CD nur ‘Fade Out’-Versions enthielt)
Bis zum 11.9.2005 gibt es übrigens ein großes Funker Vogt Gewinnspiel. [mehr]