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Frank Goosen: Sechs silberne Saiten
(Roof Music)


Autor: Katze / Wertung: 9.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Frank Goosen - Sechs silberne SaitenFrank Goosen zählt für mich persönlich schon seit Jahren zu den interessantesten, geistreichsten und vor allem witzigsten Geschichtenschreibern und auch –erzählern, denn seine Geschichten haben immer eine Menge Herz und sind vor allem eines, nämlich authentisch.

Als Leser bzw. Hörer fühlt man sich als stets vom ersten Augenblick seiner Erzählungen auf eigentümliche Art und Weise mit dem Hauptdarsteller verbunden, was wahrscheinlich daran liegt, dass es dem Herrn Goosen überwiegend Typen wie du und ich angetan zu haben scheinen. Dass diese Typen dann auch meistens noch irgendwie stets den leichten Hauch des Verlierers versprühen macht sie keinesfalls bedauernswert oder lächerlich sondern eigentlich um ein vielfaches sympathischer. Wenn man dann noch wie beispielsweise ich im Ruhrpott beheimatet ist, dann macht ein kräftiger Schuss Lokalkolorit die Bücher von Frank Goosen zum vollkommenen Lesegenuss. Auch mit dem aktuellen Werk „Sechs silberne Saiten“, in dem sich der Autor nach mehreren längeren Romanen eher in den Kurzgeschichten-Sektor begibt und sich mit der oftmals zu arg zur Rührseeligkeit neigenden Weihnachtsthematik beschäftigt, kann der gute Herr bei mir mal wieder einen richtigen Volltreffer setzen. Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen diverse schrullige Charaktere, die alle ihre eigene mehr oder weniger große Schicksalsgeschichte mit sich herumtragen und unter merkwürdigen Umständen zu einem gemeinsamen Weihnachtsfest zusammenfinden. Goosen baut seine Charaktere trotz aller Schwächen so liebenswürdig aus, dass man sich fast wünscht, dieser Zusammenkunft selber beiwohnen zu können. Die Geschichte an sich ist schon mächtig gut, aber das totale Vergnügen stellt sich ein, wenn man sich diese in der mir zur Rezension vorliegenden Autorenlesung zu Gemüte führt, denn wer könnte eine Geschichte besser so erzählen wie sie auch gedacht ist als der Autor selbst? Allemal wenn dieser ohnehin als guter Erzähler bekannt ist und auf „Sechs silberne Saiten“ auch noch erstmals sein gesangliches Talent unter Beweis stellen kann.

Fazit: Wer Frank Goosen ohnehin schon aus seinen früheren Werken zu schätzen weiß, der wird auch an „Sechs silberne Saiten“ definitiv seine Freue haben. Aber auch wer Goosen bisher noch nicht kennt, aber humorige, gut erzählte Geschichten mag, der sollte hier ruhig einmal seine Augen bzw. Ohren reinhalten… und das übrigens nicht nur zur Weihnachtszeit! 9,5 Zimtsterne!

P.S.: Ein nettes Goodie der Audio-Version stellt eine zweite CD mit Hörproben anderer Roof Music Künstler und Veröffentlichungen dar, mit deren Hilfe man sich gut in das Programm des kleinen aber feinen Word Art Labels einarbeiten kann.

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