Er gilt als einer der auffälligsten Pianisten aus deutschen Landen, die sich in Sachen virtuosem, anspruchsvollem Jazz in den vergangenen Jahren stetig in den Vordergrund gespielt haben.
Gerade mal 32 Jahre alt, eigentlich noch recht jung an Jahren für dieses Genre, kann Florian Ross bereits auf eine tolle Karriere zurückblicken. Geboren 1972, studierte er Klavier und Komposition in Köln, London und New York. Sein erstes Album veröffentlichte Florian Ross 1998 mit „Season & Places“. Daneben arbeitete er bisher für illustre Künstler der Szene, wie Kenny Wheeler, Joe Lovano, Nils Wogram, Dave Liebman und viele andere. Einige Auszeichnungen stehen ebenfalls bereits zu Buche. U.a. aus dem Jahre 2000, der erste Preis des Thad Jones Wettbewerbs der Danish Radio Big Band.
Neben eigenen Projekten arbeitet Florian Ross stets auch an Kompositionen und Arrangements für andere Ensembles, wie dem Metropole Orchestra, Vancouver Jazz Orchestra und dem Brussels Jazz Orchestra, sowie für den NDR, WDR, HR und SWR. Ein vielbeschäftigter Musiker, der sich in allen Facetten seiner Musik wohlfühlt.
Florian Ross ist einer der multilateralsten Musiker, die der Jazz aus deutschen Landen zur Zeit zu bieten hat. Nicht nur im Quintett sorgt er mit seinen Jazzkompositionen für leise Melancholie und virtuose Stimmung, auch als Arrangeur und Komponist für String-Orchester, Brass Ensemble und Big Band ereicht er mit seiner Musik immer wieder bemerkenswerte Momente. Ein Highlight sicherlich das Album „Blind & Shades“ – in klassischer Klaviertrio-Formation, alias Bill Evans, greift Florian Ross magisch in Richtung Himmel. Die wohl schwierigste Art, Jazzmusik zum Leben zu erwecken.
Mit „Home & Some Other Place“ widmet sich Florian Ross in Quintett-Besetzung 2005 den unterschiedlichen Elementen des Jazz. Mal statisch, gedämpft – „Pretty Thing“, „Pretty Thing Postlude“, mal dynamisch, kraftvoll - „Dr. Gradus“, mal gründlich erschöpfend –„Platypus“, „Lanugo“, mal wohltuend, verspielt – „Strange But True“, „Richard Called“. Immer auf Distanz zwischen Start und Ziel.
„Home & Some Other Place“ ist weder durchkomponiert noch bis ins letzte Detail ausarrangiert. Vielmehr schweben die aktuellen Aufnahmen zwischen Anarchie und Courage. Ein Balanceakt zwischen Gefühl und Empfindung, mal laut, mal leise, mal geradlinig mal schräg.
„Home & Some Other Place“ – Home = Tradition, Other Place = unbekanntes Etwas.
„…..Eine Liebeserklärung an den Jazz, eine Musik, die niemals wirklich entstand, nirgends wirklich zu Hause war und niemals wirklich vollendet sein wird. Aber gerade deshalb zu keinem Zeitpunkt je an Aktualität eingebüßt hat. Eine Musik, in der man Geborgenheit und Obhut findet, die einen herausfordert und provoziert….“
Genau hier findet sich Florian Ross wohl.
Quintett-Besetzung: Florian Ross (Piano), Claus Stötter (Trumpet, Flügelhorn), Matthias Erlewein (Tenor Sax), Dietmar Fluhr (Bass) und Stéohane Huchard (Drums).
Tracklisting:
01. Dr. Gradus
02. Pretty Thing
03. 5 Freunde
04. Strange But True
05. Richard Called
06. Tiger Holiday
07. Platypus
08. Pretty Thing Postlude
09. Hal
10. Like Like Like
11. Arts & Chemistry
12. Lanugo
13. Sunshower
14. 4W
15. Short Visit
Time: 70:42 min.
Diskographie:
1998 Florian Ross Quintet – Seasons & Places
1999 Suite For Soprano Sax & String Orchestra
2000 Florian Ross Brass Project – Lilacs And Laughter
2002 Blinds & Shades
2005 Florian Ross Quintet – Home & Some Other Place