‚Thrash Metal in Franken’ wird vor allem von der Band ‚Final Breath’ hochgehalten, die nun auch schon seit Anfang der 90er aktiv sind. Flächendeckende Aufmerksamkeit konnten sie vor allem erst mals 1997 mit ihrem in Eigenregie aufgenommenen Debütalbum ‚Flash-burnt cruxifixies’ erlangen. Im Jahr 2000 wird die Platte schließlich via ‚Gutter Records’, einem Sublabel von ‚Massacre’ auf den großen Markt gebracht. Als man sich vor den Aufnahmen von ‚Mind Explosion’ vom damaligen Sänger ‚Michael Imhof’ trennt und diesen durch ‚Jürgen Aumann’ ersetzt, bekommt die Gruppe eine Vertrag bei ‚Nuclear Blast.’ Der neue Longplayer ‚Let me be your tank’ hingegen findet keine Fortsetzung bei ‚Blast’, sondern wird vom Hambuger Label ‚Remedy Rec.’ veröffentlicht. Die Trennung von ‚Blast’ hingegen war keine Überraschung für die Band, wie Schlagzeuger ‚Heiko Krumpholz’ bestätigt…
Heiko: Sagen wir’s mal so, wir haben damit gerechnet. Das lag wohl weniger an der Art der Musik als an der Tatsache, dass wir zu der Zeit wirklich noch kaum einen Namen in der Szene hatten. Ohne solide Fanbasis mit dieser Art von Musik zu einem riesigen Label wie Nuclear Blast – klar dass da die Chancen recht gering sind.
Seht Ihr die Veröffentlichung der einen Platte im Hause NB dennoch rückblickend als positiv oder sagt Ihr Euch, dass ein anderes, wenn auch kleineres Label weitaus mehr für Euch hätte tun können?
Heiko: Der Schritt war in jedem Fall positiv. Es war für uns eine Chance und die haben wir genutzt um den Namen FINAL BREATH in die Köpfe der Leute zu bringen. Der Schritt über ein renommiertes kleineres Label hin zu einem Branchen Riesen wie NB ist natürlich günstiger, aber welche Band kann sich das heutzutage schon aussuchen. Egal, wir waren jedenfalls zufrieden und haben heute noch guten Kontakt zu den Nuclear Blast Leuten.
Was ist eigentlich aus Eurem früheren Label ‚Gutter Rec.’ geworden?
Heiko: Naja, das ist irgendwie aus der Testphase nie raus gekommen. Nach den ersten paar Veröffentlichungen haben Massacre wohl die Mittel gestrichen, keine Ahnung wieso und warum. Der Markus macht heute wieder mit wachsender Intensität sein früheres Label MDD. Allerdings heute mehr im Bereich Management und Mailorder soviel ich weiß.
‚Let me be your tank’ ist bei ‚Remedy Rec:’ erschienen, von denen ich vorher - schieß mich tot - noch nie etwas gehört habe. Was gibt es zum neuen Label zu sagen? Und wie kam der Kontakt zustande, wie sehen die Konditionen aus und welche Entwicklung erhofft Ihr Euch daraus?
Heiko: Remedy sind ein noch relativ kleines aber aufstrebendes Label aus Hamburg. Früher war mir die Firma auch mehr ein Begriff in Sachen Power- und True Metal wie z.B. Paragon, Solemnity usw. Ich bin hauptsächlich durch jüngere Veröffentlichungen von Dark Age und Burden Of Grief auf Remedy aufmerksam geworden. Wir hatten ja bereits eine fertige, selbstproduzierte CD in der Tasche. Die hatte ich dann eben im Zuge unserer Bewerbungen auch an Remedy geschickt, welche mir nach beängstigend kurzer Zeit geantwortet und einen vernünftigen Deal vorgeschlagen hatten. Wir sind uns recht schnell einig geworden und haben unterschrieben. Bisher lief auch alles zu unserer vollsten Zufriedenheit und das Label gibt sich wirklich Mühe. Dazu kommen starke Partner für Promotion (Sure Shot Worx) und Vertrieb (Soulfood). Die nächste Option haben Remedy schon ausgesprochen, d.h. wir können jetzt schon mit Label im Rücken an das nächste Output denken. Ich hoffe wir wachsen zusammen mit Remedy in den nächsten Jahren.
Mit welchem Ziel seid Ihr diesmal an das Songwriting zu ‚Let me be your tank’ gegangen? Stand der Albumtitel als Programm vorher schon fest und musste nur noch erfüllt werden? Immerhin präsentiert Ihr auf der Scheibe kompromisslos das volle Pfund.
Heiko: Nein, der Titel stand nicht fest, den haben wir der Platte erst gegeben als wir fertig waren. Unser Ziel beim Songwriting war es, uns gegenüber den Vorgängern zu steigern. Wir wollten uns weder selbst kopieren, noch komplett neue Wege einschlagen, noch in irgendeiner Form auf die nötige Abwechslung verzichten.
Gibt es bei Euch Vorgaben, wenn Ihr ans Schreiben der Lieder geht? Kommt schon mal jemand in den Proberaum und sagt ‚Mann, das habe ich gestern gehört und … nun lass uns auch mal ein wenig in die Richtung tendieren’. Immerhin lassen sich diesmal deutliche ‚Death’-Einflüsse bei Euch ausmachen.
Heiko: Ich möchte nicht leugnen, dass einen die Musik, die man hört, auch irgendwie beeinflusst, mehr oder weniger bewusst. Ich höre heute Musik sowieso meistens mit anderen Ohren als noch vor ein paar Jahren und höre immer drauf, was die einzelnen Musiker spielen, wie Übergänge gemeistert werden, wie dieser und jener Fill wohl gespielt wird, wie, ob und welchen Teil ich davon in einer ähnlichen Form vielleicht auch mal bei ‚Final Breath’ verbraten könnte. Wir greifen beim Songwriting auch gelegentlich auf Beispiele anderer Künstler zurück, einfach als Anregung, oder um dem Partner überhaupt zu beschreiben was man sich jetzt als Übergang oder nächsten Part ungefähr vorstellen könnte. Bisher haben unser Klampfer Jörg und ich die Stücke alleine geschrieben und auch größtenteils alleine arrangiert. Jörg kommt meistens mit ein paar Ideen an, ein paar Riffs oder sogar schon 2, 3 zusammenhängenden Harmonien. Daraus arbeiten wir dann Stück für Stück die Songs aus. Die Death Einflüsse kommen hauptsächlich von Jörg, da Chuck Schuldiner (R.I.P.) zu einem seiner größten Vorbilder zählt. Den Track ‚Empty Eyes’ könnte man fast schon als eine Hommage an die Death Metal Legende sehen, nur eben in unser Thrash Gewand verpackt.
Und immer wieder ‚Andy Classen’. Was macht die Arbeit mit ihm aus? Und besteht nicht das Interesse, vielleicht auf der nächsten Platte einmal mit einem anderen Produzenten zu arbeiten? Bevor aus dem frischen Wind, der im Moment noch bei Euch weht, vielleicht doch irgendwann einmal ein abgestandenes Lüftchen wird?
Heiko:Noch konnten wir uns merklich von Produktion zu Produktion – unserer Meinung nach – enorm steigern. Das betrifft sowohl den Ablauf als auch den letztendlichen Sound. LMBYT drückt jedenfalls gewaltig aus den Boxen. Für die nächste Produktion werden wir wohl noch nicht das Studio wechseln. Vielleicht aber mal in fernerer Zukunft, wenn wir auch das Gefühl haben, auf der Stelle zu treten. Letztendlich ist der Sound aber doch auch nur die Verpackung für die Songs, und diese ist bisher immer frisch und zeitgemäß ausgefallen. Liegt vielleicht auch daran, dass Andy Classen ständig erneuert und im Puls der Zeit auf seine eigene Art und Weise arbeitet, versucht Akzente zu setzten. Wir hatten bisher immer 2 Jahre oder sogar etwas mehr Zeit zwischen den Aufnahmen, genug Zeit für Andy seinen Aufnahmeprozess neu zu gestalten.
Zu seiner eigenen Arbeit besitzt man nicht mehr den nötigen Abstand, um sie distanziert zu betrachten. Wenn Ihr Songs geschrieben habt, vielleicht sogar schon aufgenommen habt, gibt es ein ausgewähltes Publikum, dass die Lieder hört, bevor sie einer größeren Gemeinschaft vorgestellt werden?
Heiko: Nein. Wir schreiben die Songs in erster Linie, um unseren Bedürfnissen gerecht zu werden. Musik ist schließlich keine Dienstleistung, sondern eine Kunstform. Ich möchte mich jetzt nicht hinstellen und sagen, Anerkennung seitens der Fans wäre uns scheißegal. Das wäre so nicht richtig. Nur machen wir zuerst mal das, was wir für gut und richtig halten und hoffen dann damit den Nerv möglichst vieler Gleichgesinnter zu treffen, um so auch möglichst viele Gleichgesinnte zu erreichen. Klar spielen wir fertige Aufnahmen auch mal Freunden und Bekannten vor, machen davon aber sicher nicht die Veröffentlichung abhängig. Weil - sind wir mal ehrlich,- hätte denn wohl ein solch ausgewählter Kreis den nötigen Abstand? Ich denke nicht. Und den wirklichen Querschnitt an Feedback erhält man erst nach Veröffentlichung.
Und wie verständlich bzw. unverständlich sind die in diesem Zusammenhang die Kritiken bzw. wie verwundert bist Du allgemein über die Kritiken, die Euch entgegengebracht werden?
Heiko: Das kann man wohl kaum verallgemeinern. Unsere Kritiken fallen zwar meistens recht gut, jedoch auch sehr unterschiedlich aus. Ich rechne mit allem, trotzdem gibt es auch immer wieder Überraschungen, sowohl positiv als auch negativ.
Hast Du manchmal auch das Gefühl, dass Eure Kritiker sich zu wenig mit der Platte beschäftigt haben oder die Platte von einem ganz anderen Blickwinkel aus betrachtet bzw. gehört haben?
Heiko: Das auf alle Fälle. Ich glaube sogar manchmal, die Leute hören ein komplett anderes Album… ![]()
Ich habe z.B. im Zusammenhang mit dem neuen Album schon gelesen, wir würden „simpel gestrickten Thrash Metal“ spielen. Das war – wenn ich mich recht entsinne – auch nicht negativ gemeint, schießt aber meiner Meinung nach völlig am Ziel vorbei. Wir sind jetzt vielleicht nicht die Dream Theater des Thrash Metals, aber ich kenne doch auch einige deutlich weniger technische Vertreter des Genres. Und auch in Bezug auf das Songwriting kann man uns wohl kaum streitig machen, dass wir mit sehr vielen verschiedenen Riffs im einzelnen Song aufwarten, viele Breaks einstreuen und die Soli von Jörg eher zu den verspielteren gehören. Auch teilweise Vergleiche zu anderen Bands oder deren vermutete Einflussnahme auf unser Songwriting sind manchmal erstaunlich. Oft sind das nämlich Combos, die ganz und gar nicht zu unseren Faves zählen und wir uns davon eigentlich lieber distanzieren würden.
Eure Cover stehen ja häufig auch in der Kritik. Auch für die aktuelle Platte habt Ihr ja wieder ein ‚Meisterwerk’ ausgegraben. Was verbindet Ihr mit einem solch antiquitierten und auch recht banal, billig wirkenden Artwork? Und steht die Band komplett dahinter oder gibt es auch intern schon einmal Querelereien, was das Design angeht?
Heiko: Eigentlich nicht. Ich weiß auch nicht was an dem sehr professionell gemalten Cover antiquiert wirkt. Es ist ein Ölgemälde, welches extra nach unseren Wünschen für uns angefertigt wurde. Wer sich den Text zum Titeltrack durchliest, wird auch die Zusammenhänge erkennen. Es ist ein sehr detailliert gezeichnetes Bild mit vielen versteckten Kleinigkeiten und Klischees. Auf der Treppe zum „Coroner’s Office“ ist z.B. unser Tribal (FB Initialen) angebracht, natürlich ein Haus mit der Nr. 13. Muss denn heute ein Cover notgedrungen die X-te Collage aus dem Computer sein? „Billig“ wirkt für mich ein Cover nur, wenn der jeweilige Künstler sein Handwerk nicht versteht. Und das ist beim LMBYT Cover ganz klar nicht der Fall. Und wer’s nicht glaubt kann sich ja gerne mal `ne Staffelei, `nen Pinsel und ein paar Ölfarben schnappen und versuchen was Ähnliches auf die Leinwand zu zaubern.
Welche Art von ‚Forum’, welche Möglichkeiten vermisst Du als Musiker? Wo würdest Du Dir mehr Unterstützung wünschen?
Heiko: Ich würde mir nur wünschen, dass die Veranstalter hier in Deutschland vielleicht mal die Augen aufmachen. Ich habe immer so das Gefühl ,dass wir oder auch andere Bands der heimischen Szene unterschätzt werden. Das sieht man an der Aufteilung der Running Order. Eine deutsche Band wird oft weit vor einer wesentlich unbekannteren Band aus dem Ausland platziert, bzw. auch wesentlich höher gehandelt. Wenn schon die eigenen Landsmänner nur bedingt an uns glauben, wie sollte dann ein Prädikat wie „Heavy Metal aus Deutschland“ wieder an Wert gewinnen?
Da Du ja auch schon recht lange in der Szene und auch ein Fan der alten Schule bist, wie hat sich in Deinen Augen die Szene gewandelt? Und welche Veränderung siehst Du selber bei Dir?
Heiko: Die Metal Szene hat sich im Laufe der Jahre gesund geschrumpft, um jetzt wieder wachsenden Erfolg zu feiern. Ich war der Sache eigentlich immer treu und habe lediglich meinen Horizont erweitert. Ich bin vielleicht nicht mehr so verbissen und engstirnig wie als Teenager, der Slayer und Metallica für sich entdeckt hat, jedoch bleibt mein Hauptaugenmerk den härteren Vertretern der Szene bzw. der Szene überhaupt vorbehalten.
Würdest Du auch sagen, dass sich extrem harte Musik mit der Zeit etwas wund läuft, also auch etwas abnutzt und gerade das - aus meiner Sicht heraus - Wichtigste, nämlich ihre überraschenden Momente verliert?
Heiko: Das lässt sich aber – wenn Du mich fragst – auf jede Art von Musik beziehen. Und doch kommt immer wieder eine Scheibe ans Tageslicht, die einen einfach nicht mehr loslässt. Mit Extremen zu schocken fällt natürlich schwer, da diese in fast alle Richtungen ausgereizt wurden. Mehr als zuvor stehen also auch bei harter Musik packende Songs im Vordergrund und weniger die gespielten Beats per minute oder abgedrehtesten Texte. Überraschende Momente kann es noch in jeder Stilrichtung geben. Nur die enorme Menge an Bands, die auch mittels leicht gemachtem Homerecording relativ einfach relativ hochwertige Produkte auf den Markt werfen können, macht die Suche für den geneigten Fan wesentlich schwieriger.
Mann muss aber nun mal keine Prüfung ablegen um sich „Band“ schimpfen zu dürfen, das muss man einfach so akzeptieren. Und wer sollte auch darüber richten……
Hat sich Dein persönlicher Musikgeschmack mit der Zeit ebenfalls verändert?
Heiko: In groben Zügen eigentlich nicht. Wie schon erwähnt bin ich einfach offener und wildere in mehreren Jagdgründen. Aber die harte Gitarrenmusik stellt nach wie vor meine Heimat dar, in die ich auch immer wieder zurückkehre. Alles weitere ist eigentlich eher von der Tagesform abhängig als von den bereits verstrichenen Jahren. Es gibt eigentlich nur wenige ehemalige Faves, die ich mir heute überhaupt nicht mehr anhören kann und will.
Welche Platten verbindest Du auch heute noch mit besonderen Erinnerungen und Empfindungen? Und welche Erinnerungen und Empfindungen sind das?
Heiko: Boah… da gibt’s eigentlich mehrere. Also eine so wirklich feste und einzigartige Bindung zu einer bestimmten Platte hab ich nicht. Es gibt da einfach so einige Eckpfeiler. Ich denke mal neben Slayer haben mich damals Sepultura mit Beneath The Remains und Arise endgültig zum Thrasher gemacht. Selbst die allesamt schlechteren bis miserablen (für meinen Geschmack) Nachfolger konnten an dieser Tatsache offensichtlich nichts mehr ändern.
Gibt es für Dich eine Band oder einen Musiker, der für Dich ausschlaggebend gewesen ist, die Sticks irgendwann selbst in die Hand zu nehmen?
Heiko: Nein, damals hatte ich noch kein Ohr für die Qualität der einzelnen Musiker. Ausschlaggebend war eher, dass ich diese harte Gitarrenmusik vergöttert habe und einfach auch meinen Teil dazu beitragen wolle. Wie schon erwähnt kann man dies ja auch tun ohne einen Dr. Titel zu führen…
Die Sticks habe ich dann weniger wegen eines bestimmten Musikers in die Hand genommen als wegen der Faszination Drums an sich. Hätte ich damals gewusst, dass man dafür auf der Bühne und im Proberaum die wohl härteste körperliche Aufgabe in der Band in Kauf nehmen muss, hätte ich vielleicht anders entschieden…
Du bist als Konzertveranstalter ja auch recht engagiert. Wie oft wirst Du da im Rahmen von Kooperation, Mitarbeit und Dank enttäuscht? Wie oft willst Du die Arbeit hinschmeißen? Was stellt für Dich die Belohnung für Deine Mühen dar?
Heiko: Hauptsächlich zeige ich mich ja für das UP FROM THE GROUND Festival (zusammen mit unserem Klampfer Jörg) verantwortlich. Die Tatsache, dass dieses Festival inzwischen über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist, stellt bereits die größte Belohnung für mich dar. Wir haben seitens unserer Besucher und auch der Presse unglaublich positives Feedback. Ohne Kohle von einer kleinen lokalen Veranstaltung hin zum deutlich überregional ausgerichteten, mehrtägigen Event. Und das obwohl wir unserer Linie absolut treu geblieben sind. Klar gibt es auch immer wieder mal Rückschläge oder auch Enttäuschungen seitens Partnerfirmen, Booking Agenturen oder Bands – aber im Gegenzug auch immer genügend Alternativen. Unser Konzept ist bisher immer aufgegangen und scheint für das kommende UFTG ebenfalls zu funktionieren. Bisher gab es also noch keine Situation, bei der ich die Flinte ins Korn werfen wollte. Als einzige Schattenseite sehe ich nur die Tatsache, dass der Arbeits- und Zeitaufwand für und mit der Bands bzw. für das Festival mit zunehmender Größe und Bekanntheit fast zu groß werden, um es weiterhin „nur“ als Hobby durchzuziehen, Also quasi neben meinem regulären 40 Stunden/Woche Job. Aber mal sehen, vielleicht bekomme ich ja auf diesem Weg auch den Fuß ins Musik Business und kann dort eine Stelle finden, die ich mit meiner Arbeit für Band und Festival verknüpfen kann. Stellenangebote also bitte an meine Mailadresse….
Von welchen Bands bist Du heute enttäuscht? Und welche Bands haben für Dich heute noch die gleiche Qualität wie damals?
Heiko: Da fällt mir spontan als Beispiel Kreator ein. Die Band hat nie aufgehört, sondern die Tiefphase im Hartwurst Sektor dazu genutzt, um zu experimentieren. Mir hat davon auch nicht immer alles zu 100% gefallen, jedoch war der typische Kreator Stempel IMMER zu hören, und die Sachen hatten Hand- und Fuß, waren auf hohem Niveau. Als die Zeit gekommen war und auch offensichtlich wieder Ideen für härteren Stoff, haben sich Mille und Co. aber nicht einfach selbst kopiert, sondern frisch ihren ureigenen Sound ins neue Jahrtausend transportiert. Für mich eine mehr als respektable Leistung und aller Ehren wert.
Entsprechend negativ fallen mir hingegen die vorhin schon erwähnten Sepultura ein. Mit Beneath The Remains und vor allem Arise hat die Band zwei absoluten Genre Klassiker geschrieben um dann dem Größenwahn zu verfallen und sich den angesagten Trends anzupassen. Heute sind Sepultura bestenfalls noch ein Schatten ihrer selbst und schaufeln sich Stück für Stück ihr eigenes Grab. Wären Soulfly nicht recht erfolgreich, hätte die Reunion aus Verzweiflung mit Max sicher schon längst stattgefunden.
Was wünschst Du Dir für die Zukunft von ‚Final Breath’…
Heiko: Weitere Anerkennung, und dass uns der von Dir beschriebene Frische Wind auch künftig erhalten bleibt. Der Rest ergibt sich von selbst!
… und was würdest Du gerne in der Bandgeschichte verändern? (Und hier bitte keine diplomatische Antwort!)
Heiko: Dazu muss ich keine diplomatische Antwort suchen! Ich bin verdammt stolz auf unsere Bandgeschichte. Wir haben immer getan was wir für richtig hielten, und sind auch stets Schritt für Schritt weiter gekommen. Wir haben uns alles, aber auch wirklich alles selbst erarbeitet, haben nie unsere Ideale verkauft und sind nie in irgendwelche Ärsche gekrochen um ans Ziel zu kommen. Klar, mit dem heutigen Wissen, der Erfahrung, dem Können, und den Kontakten würde ich sicher eine neue Band anders anpacken. Aber diese Erfahrungen musste ich erst sammeln um sie einsetzten zu können. Insofern ist die Bandhistorie gut so wie sie ist!