Klappentext: Atemlos und gierig sog der blonde junge Mann die kühle Nachtluft ein. Sein Herz raste, in seinen Schläfen pochte es wild - und er spürte, wie ihm die Angst die Kehle zuschnürte. Er rannte über den alten Friedhof, sprang über verfallene Grabsteine und hechtete, so schnell es nur ging, auf das Tor zu. Das, was er vor wenigen Minuten gesehen hatte, raubte ihm fast den Verstand.
Blankes Entsetzen kontrollierte den von Panik ergriffenen Mann.
Die Bestie war nicht mehr weit! Widerliche Reißzähne, rotglühende Augen – der Anblick hatte sich in das Hirn des Mannes gebrannt. Und er wusste: Das Monstrum gierte nach Fleisch! – Menschenfleisch…
Kritik: In der zweiten Folge lassen Russel & Brandon die Werwölfe los. Das klassische Horrormotiv dient aber nur als Aufhänger für die Weiterentwicklung der Figuren – und bleibt dabei auch recht blass. Der Klappentext verspricht zwar blutige Spannung, kann aber nur mit Blut dienen; die Haupthandlung um Monster, verschwundene Teenager und Werwolfritual verkommt zum Nebenschauplatz.
Den Hörer ködert man eher mit den Soap-Elementen: woher hat Faith ihre übernatürlichen Fähigkeiten, wer ist der mysteriöse Raven, welche Kräfte besitzen die anderen Figuren und in welcher Verbindung stehen die fünf ‚Guten’ zu Hunter, dem Antagonisten aus der ersten Folge. Bevor man sich versieht, hat einen die Magie der Serie erwischt, man wünscht sich Antworten auf die Fragen – und nimmt dabei auch eine langweilige Handlung in Kauf.
Die Produktion stimmt auch bei der zweiten Folge, wenn auch Splatter- und Monstergeräusche erneut sehr aufdringlich sind. Verschlafen wirkt in diesem Getose der zähe Vortrag von Erzählerin Petra Wolf. Ungern überlässt man die Arbeit der Phantasie der Hörer und nennt alle Handlungen im Detail – was vielen Szenen die Komik der John Sinclair Vertonung aus dem Haus Braun verleiht. Gerade hier tragen die Dialoge zum Trash Charakter bei; Dialoge, die im wirklichen Leben so sicherlich nicht geführt würden. Höchstens bei MTV Dismissed.
Verwandlungen ist eine etwas zähe Fortsetzungen nach der ersten Folge – Sprecher und Produktion stimmen, doch wirklich überzeugen kann die Geschichte nicht. Gerade deshalb muss man den Machern das Kompliment machen, dass ihr Konzept dennoch aufgeht. Trotz der Mängel hört man weiter und wartet sogar gespannt auf die nächste Folge. Da ist Faith wie Rauchen, Lindenstrasse und Schokolade – hat man einmal damit angefangen, kommt man so schnell nicht mehr davon los.