Vor zwei Wochen war ich seit langem einmal wieder auf einem Mönchengladbacher U-Ground Konzert. Und das hat mich sicherlich wieder einiges an Haar gekostet. Nicht weil ich den Wischmob gemacht habe, sondern weil die Qualitäten beider Bands wieder einmal Mönchengladbacher Durchschnitt war. Was überregional soviel wie ‚unterirdisch’ bedeutet. Exposed To Noise kommen zwar aus Dortmund, haben aber das gleiche Problem: Gewollt aber nicht gekonnt. Hier spielen sechs Personen gegeneinander, als sich Gedanken darüber zu machen, wie man seine freie Zeit lieber harmonisch miteinander verbringt. Und weil man nicht weiß, unter welchem Titel man den Mischmasch unter das Volk bringen soll, bedient man sich dem inzwischen zum Unwort verkommenen ‚Emo’.
Wo genau liegt den nun das Problem der sechs Jungen? Auffällig ist von Beginn an der uninspirierte Gesang von Shouter Stefan. Mal klar, mal gegrunzt, weder Appel noch Ei. Wobei das Gegrunze noch vorzuziehen ist, denn in den klaren Passagen erleidet die Stimme zu oft Schiffsbruch. Zumindest der Produzent hätte doch merken müssen, dass Stefan häufig neben den Tönen liegt, was aber nicht mit künstlerischer Freiheit zu entschuldigen ist. Es wird auf jeden Fall schnell deutlich, dass der Gesang nichts herauszureißen weiß.
Die Instrumentierung: auch recht lieblos. Es wird zwar gegroovt, aber man kommt nicht über wirklich Gehörtes bzw. Belangloses hinaus. Selbst der sechste Mann an Bord Gerard, der sich für ‚Scratches & Effects’ verantwortlich zeichnet, haucht den Liedern kein Mehr an Leben ein.
Und weil es dem Produzenten wahrscheinlich auch nicht sonderlich gefallen hat, klingt auch die Produktion nach einem Schnellschuss. Die Fehler der Musiker und der Mangel im Songwriting wird hier nicht ausgebügelt.
Auch nach vier Durchläufen fragt man sich schlicht ‚Warum?’. Ein paar Monate im Proberaum hätten der Band sicherlich gut getan, bevor sie ihr unausgearbeitetes Material auf CD presst und damit den eigenen Namen befleckt. Sorry Jungs, aber das ist nichts. Und das wollen wir auch nicht schönreden.