Rezensionen

Epica: Consign to Oblivion

(Transmission Records)

Autor: Katze / Wertung: 9.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Epica - Consign to OblivionEs ist kein großes Geheimnis, dass ich bisher mit der niederländischen Formation Epica sehr wenig anfangen konnte, eine Tatsache, die mich allerdings nicht davon abhält, dieser Combo mit jedem neuen Release eine neue Chance zu einem Weg in mein Herz einzuräumen. Immerhin hat beispielsweise eine Formation wie Nightwish auch bis zur „Once“ gebraucht, um mir ein Album zu präsentieren, dass mich zufrieden stellt.

Wofür Nightwish offensichtlich ziemlich lange gebraucht haben könnten Epica eventuell wesentlich schneller ans Ziel gelangen, denn „Consign to Oblivion“ überrascht mich doch gewaltig. Wesentlich ausgereifter gehen die Herrschaften nämlich hier zu Werke, auch wenn sie nach wie vor für meinen Geschmack viel zu viel Bombastelemente mit sich herumschleppen. Der Zug fährt vom Songwriting her eindeutig in Richtung Klassik, was natürlich Frontfrau Simone Simons deutlich entgegenkommt, aber auch bewährte todesmetallische Einsprengsel stehen auf dem Fahrplan, könnten aber für meinen Geschmack etwas häufiger zitiert werden, um für etwas mehr Kontrast zu sorgen. Außerdem würden Elemente dieser Art die Platte etwas kräftiger auf der Brust aussehen lassen, so kommen einige Passagen deutlich zu platt, poppig und oftmals auch zu kitschig daher.
Was zum Glück der Poppigkeit und dem Kitsch entgegenwirkt ist die beneidenswert fette Produktion der Platte. Man muss es durchaus als klugen Schachzug bezeichnen, dass die Holländer für die Arbeit an den Reglern mit Miro und Sascha Paeth zwei Genre erfahrenen alte Hase ins Boot geholt haben. Deren Qualität am Mischpult konnte man ja erst kürzlich auf dem neuen Kamelot Release „The Black Halo“ wieder einmal bestaunen. Apropos Kamelot: deren Goldkehlchen Roy Khan ließ sich überreden (oder gar überzeugen?), mit zusammen Simone Simons ein Duett („Troy Vierges“) auf den Silberling zu bannen.

Fazit: Wahrscheinlich haben mich Epica mit „Consign to Oblivion“ heute mal auf dem absolut richtigen Fuß erwischt, denn normalerweise hängt mir die Klassik – Meets - Metal Schiene inzwischen gewaltig aus dem Hause heraus. So aber hat mir dieses Album einen durchaus unterhaltsamen Nachmittag beschert, wobei abzuwarten bleibt, wie ein in Kürze anzusetzender Langzeittest ausfallen wird… das ist aber ein anderes Thema und wird – wenn überhaupt – zu anderer Gelegenheit nachgereicht. Auf Freunde dieses Genre dürfte hier wohl der nächste Pflichtkauf ins Haus stehen, aber auch wer sich von dieser stilistischen Ausrichtung über die letzten Jahre hinweg etwas entliebt hat, kann hier durchaus mal wieder ein Ohr riskieren. 9,5 Punkte!

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