Wenn ein Album es über Wochen hinweg immer wieder schafft, in schönster Regelmäßigkeit in meinen CD Player zu wandern, dann muss an der Scheibe schon etwas dran sein. Und wenn ich dazu erst nach einigen Wochen lese, dass der Kerl, der für diesen Musikoverkill verantwortlich ist, aus München statt aus dem fernen Amerika kommt, ist die Überraschung umso größer. Denn Eniks Debüt The Seasons In Between klingt so gar nicht deutsch, sein Spiel mit den verschiedenen Stilen ist dafür schon fast zu couragiert. Da wird lustig Pop, Jazz, Blues, Folk, Punk, Industrial und Singer/Songwriter gemischt, mit verschiedenen Stimmen experimentiert, dass man im einen Moment noch meint, Peter Gabriel vernommen zu haben, im anderen Augenblick an Cameo denkt, bevor man es einfach einmal mit Björk versucht – mit männlicher Stimme, versteht sich. Und dabei erinnert der junge Mann, der auch beinahe alle Instrumente selbst eingehauen hat, auf dem Cover doch eher an einen Ville Valo (HIM). Mit dem hat er aber gottlob musikalisch rein gar nichts gemeinsam, denn Einseitigkeit scheint Enik ein Fremdwort zu sein. Und so soll es dann auch mit dem Zielpublikum sein: wer sich auf einen Stil festlegt, wird keinen großen Gefallen an The Seasons In Between finden, wer hingegen gerne in alle Schubladen einen Blick wirft, für den ist dieses erfrischende Album empfehlenswert.
Rezensionen
Enik: The Seasons In Between TIPP
(Wonder / Labels / EMI)
Autor: DJ / Wertung: 10.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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