Inhalt: Die Kölner Mordkommission bittet den BKA-Ermittler Leon Kramer um Hilfe. Der Experte für Ritualmorde soll ihnen bei einem aktuellen Fall zur Seite stehen.
Schon bald muss sich Kramer die Frage stellen, wem von seinen Kollegen er noch trauen kann – denn es scheint einen Maulwurf in den Reihen der Polizei zu geben. Gemeinsam mit seiner Ex-Freundin, der Gerichtsmedizinerin Jacobi, ermittelt er schließlich auf eigene Faust und kommt dabei einem Jahrhunderte alten Geheimnis auf die Spur.
Kritik: Während die Hörspielgemeinde immer noch auf die Fortsetzung der Serie Das 5te Gebot wartet, schickt das gleichnamige Label die zweite Serie ins Rennen. Was sich anhört wie eine gewöhnliche Krimiserie im Abendprogramm von RTL, vermag im Verlauf der ersten Folge doch mit einem interessanten Plot und gewisser Tiefe zu überzeugen. Gerade Freunde von Mystery und Verschwörung dürften dank Templern und Vampiren auf ihre Kosten kommen. Allerdings sollte man hier keine platte Horrorkost erwarten, nur weil man sich der oft genutzten Horrorkreaturen bedient. Vielmehr werden die Blutsauger hier ähnlich wie in der Rollenspielserie Vampire als Interessengruppe mit Makel eingebaut. Das Übernatürliche wird dadurch nicht strapaziert, so dass auch Thrillerliebhaber durchaus auf ihre Kosten kommen dürften.
Aufgrund der übermäßig gebotenen Action ist auch der Vergleich mit den privaten Fernsehkanälen sicherlich nicht falsch gewählt. Es scheppert und kracht im ersten Teil schon recht deftig, allerdings mangelt es bei der Produktion etwas an audiovisuellem Overkill. Andere Label haben in diesem Bereich deutlich vorgelegt, so dass Ein Fall für Leon Kramer etwas schmalbrüstig daherkommt. Und auch die Sprecher verlieren in solchen Szenen an Glaubwürdigkeit, wobei hier auch sicherlich der Regie ein Vorwurf zu machen ist, hat sie versäumt darauf zu achten, dass man den Stimmen auch die Strapazen anmerkt.
Wenn man wirklich Kritik an der Serie äußern will, dann muss sie auch bei den Sprechern ansetzen. Weder Fabian Harloff noch Andrea Suwa überzeugen in den Titelrollen – und beide sind immerhin professionelle Schauspieler. Die Kohlen aus dem Feuer holen hier wieder die alten Hasen: Konrad Halver und Douglas Welbat.
Der Kodex ist ein netter Einstieg in eine durchaus viel versprechende Serie. Wenn man weiterhin punkten will, muss man den Seriencharakter betonen, Figuren schaffen und pflegen und den Hörer immer wieder überraschen. Mit der Komplexität wachsen auch die Qualität und die Fangemeinde einer solchen Serie. Dann lässt sich auch über „darstellerische“ Klasse hinwegsehen. 9 Punkte für den Einstieg.