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Edgar Wallace: Die blaue Hand (Krimi Klassiker 3)

(Titania Medien)

Autor: DJ / Wertung: 9.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Edgar Wallace - Die blaue Hand (Krimi Klassiker 3)Beschreibung: Gerade erst hat die junge Eunice Weldon ihre Stellung als Privatsekretärin von Mrs. Groat angetreten, als ein merkwürdiger blauer Handabdruck auf ihrer Fensterscheibe erscheint. Auch eine Warnung ist dabei: ”Jemand der Sie liebt, bittet Sie dringend, dieses Haus so bald als möglich zu verlassen”. Droht Eunice wirklich Gefahr?

Auch wenn ich alles andere als ein Edgar Wallace Kenner und Liebhaber bin, erscheinen mir die Elemente, aus denen sich die Geschichte Die blaue Hand zusammensetzt als recht bekannt und vor allem typisch für eine bestimmte Gattung der Wallace-Erzählungen. Wir haben das Erbe, es fehlt der Erbe bzw. die Erbin, es gibt eine mysteriöse Hintergrundgeschichte, deren Ursprung in der Vergangenheit liegt. Um diese Elemente mit einander zu einer spannenden Krimigeschichte zu verbinden, gibt es den offensichtlichen Halunken, den furchtlosen Helden, eine Romanze und natürlich unklärliche Ereignisse in der Gegenwart. Fehlen darf natürlich auch nicht mindestens eine Leiche.

Die Mischung dieser Elemente ist von Fall zu Fall dieser Gattung unterschiedlich, aber in irgendeinem Verhältnis stehen die Elemente sicherlich zueinander. Die blaue Hand erinnert mich dabei an Das Gasthaus an der Themse oder an Das Gesicht im Dunkeln. Darunter leidet dann etwas der Mitrat-Effekt und auch die Überraschung. Man rätselt vielmehr über die durch die zahlreich eingeführten Personen eintretende Verwirrung, als darüber, wer denn nun die Erbin ist und welche Person Model für die blaue Hand stand. Im Groben durchschaut man die Erzählung, im Detail erlebt man hier und da dennoch ein klein wenig Überraschung.

Wenig überraschend ist es hingegen nicht, dass durch das Typische der Wallace’schen Art zu Erzählen, sich auch eine geradezu identische Atmosphäre bildet, die scheinbar restlos allen Geschichten aus seine Feder innewohnt. Und dabei sehe ich auch auf Gefühlsebene keinen Unterschied, ob die Umsetzung aus dem Hause Europa, Maritim oder wie im vorliegenden Fall vom inzwischen ebenfalls etablierten Label Titania Medien stammt. Nacherzählen möchte ich aber keine einzige der gebotenen Handlungen, da mich sowohl der Ablauf der Ereignisse als auch die Intention der Charaktere immer sehr befremden.

Wie immer verzichtet man bei der Aufführung ungern auf Starbesetzung. Es prangert nicht umsonst ein entsprechender Hinweis auf jeder Hülle, wenn man die Synchronstimmen von Hollywood-Größen wie Johnny Depp, Wesley Snipes oder Kathy Bates an Bord hat. Neben dem stimmlichen Standard zeichnet sich Die blaue Hand besonders durch – ja, so möchte man es nennen – putzige Jazzstückchen aus, die sich wohltuend vom inzwischen gängigen Soundtrackoverkill abheben. Es muss ja nicht immer ein klassisches Orchester sein.

Als Fazit kann ich für meine Person festhalten, dass mich Die blaue Hand von der Geschichte nicht wirklich vollkommen überzeugt hat, die Umsetzung allerdings wie gewohnt gezwungene Kritik unnötig macht. Dass man sich im Hause Titania Medien allerdings für die Serie Krimi Klassiker nicht nur auf Wallace Geschichten versteift, begrüße ich daher sehr.

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